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Noll oder Weinkauf? Torwartbuch-Autor Titz muss entscheiden

kicker

Um es vorwegzunehmen: Eine verlässliche Antwort, wer am Sonntag zum Auftakt gegen den 1. FC Kaiserslautern (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) im Tor von Hannover 96 stehen wird, ist auch an dieser Stelle nicht zu erhalten. Wie noch auf vielen Positionen in der Startelf gibt sich Christian Titz bedeckt, hält den Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten offen. Die allgemeine Einschätzung, dass Hoffenheims Leihgabe Nahuel Noll zunächst den Vorzug gegenüber Leo Weinkauf erhalten wird, unterfüttert der Trainer bestenfalls im Ansatz.

Etwa bei seiner Beurteilung des abschließenden 2:0-Testspielsiegs gegen die Italiener von Cagliari Calcio am vorigen Samstag. "Nahuel hat gegen Cagliari wirklich sehr ordentlich gespielt", so der 54-Jährige, der dann sogleich die Kurve nimmt: "Aber auch Leo macht seine Sache einfach sehr gut. Wir haben zwei Torhüter, die im Tor, aber auch in der Ballarbeit stark sind."

Ratajczak als große Hilfe

Das Prozedere der Entscheidungsfindung ist wie auf allen Positionen. Natürlich zählt am Ende seine Stimme als Boss. Doch Titz stützt sich auf seine Assistenten, diskutiert mit ihnen, holt sich deren Erkenntnisse ein. Für die Torhüter ist bei den Niedersachsen seit vielen Jahren Michael Ratajczak erfolgreich zuständig. "Er ist ein hervorragender Torwarttrainer. Ich bin sehr zufrieden mit ihm", so Titz. "Natürlich hat er ein Mitspracherecht und seine Meinung ist wichtig, wie bei allen im Trainerstab."

Nach dem Abschied der lange Zeit unumstrittenen Nummer 1 Ron-Robert Zieler zum 1. FC Köln könnte die Auswahl diesmal etwas schwieriger werden. Nicht nur, weil sich beide Konkurrenten von der Leistung her auf Augenhöhe duellieren, sondern auch, weil es gilt, den richtigen Mann für den von Titz favorisierten Spielstil, in dem der Torwart eine Schlüsselrolle spielt, zu nominieren. Bälle halten können - dies ist nicht nur im Profi-Fußball die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Wirken als Handschuhträger. In Hannover kommt nun noch spezieller dazu, dass sich der Schlussmann teilweise wie ein elfter Feldspieler hoch stehend und mit bester Technik auch am Fuß in das Aufbau- und Kombinationsspiel der Mannschaft einbinden soll.

Ursprung in Aachen, Ex-Profi Dooley als Partner

Vielleicht kann eine Fachlektüre der besonderen Art die Verantwortlichen in Hannover zusätzlich unterstützen. "Fußball-Torwarttraining" heißt ein 2015 erschienenes Buch, in dem auf 216 Seiten das Torwartspiel aus Sicht des Keepers selbst, des Torwarttrainers und des Feldspielertrainers betrachtet wird. Autor des Werkes: Christian Titz. "Als ich in Aachen Trainer wurde, hatten wir dort einen Mangel an Torwarttrainern", blickt der heutige Hannoveraner auf den Ursprung seiner Expertise im Jahr 2000 zurück, als er als U-19-Übungsleiter bei Alemannia einstieg. "Wir hatten gute Torhüter, Juniorenauswahltorhüter darunter, aber zu wenige Trainer für sie. Da habe ich mich mit der Materie beschäftigt und mich eingearbeitet."

Später gründete Titz gemeinsam mit dem ehemaligen amerikanischen Bundesliga-Profi Tom Dooley (unter anderem Kaiserslautern, Leverkusen, Schalke) die "Dooley Soccer University" und wurde dort Gesellschafter. "Damals sind einige Trainingskonzepte für Torhüter entstanden, die wir in einem Buch zusammengefasst haben. Sie sind auch auf unserer Plattform 'Coaching Zone' enthalten." Im Internet stellen dort unter anderem Titz und sein Hannoveraner Co-Trainer André Kilian Übungen und Spielformen aus der eigenen Bundesliga-Praxis bereit. Natürlich kommen auch die Schlussleute und die besonderen Anforderungen an sie im modernen Fußball nicht zu kurz.