Im Optimalfall hätte die Arminia am letzten Spieltag noch bis auf Platz 12 klettern können - im Worst-Case-Szenario hatte sogar der Absturz auf Rang 17 gedroht. Auf genau diesen direkten Abstiegsplatz war man in der 37. Minute gegen Hertha BSC zwischenzeitlich abgerutscht, als Linus Gechter die Gäste in Führung geköpft hatte.
Die unterschiedlichen Gemütslagen - von Abstiegsangst bis pure Erleichterung - spiegelten das Bielefelder Jahr treffend wider. "Es war eine brutal anstrengende Saison, mit Höhen und Tiefen immer und immer wieder", bilanzierte auch Mitch Kniat bei Sky. Der DSC-Trainer hatte in der Pause offenbar die richtigen Worte gefunden, drehte sein Team den 0:1-Rückstand im zweiten Durchgang doch in einen famosen 6:1-Kantersieg.
Kniat dankt für "bedingungslosen" Support
"Die Alm, die SchücoArena - wie man sie nennen will -, hat einfach eine Power. Zitterpartien kann dieses Stadion", fügte Kniat an, der ähnlich über seine Spieler urteilen konnte: "Wir haben jetzt wieder einen Rückstand gedreht und drei Punkte geholt - und das in so einer Phase, in der wir gerade sind", zog der 40-Jährige seinen Hut.
Nach dem Wiederaufstieg im Vorjahr entgingen Kniat und Co. dem Abstieg also knapp, wenngleich die Endplatzierung auf Rang 13 "eine entspannte Saison" anmuten könnte. "Am Ende wird abgerechnet - und am Ende sieht's relativ gut aus", freute sich der Bielefelder Coach, der auch die "bedingungslose" Unterstützung der eigenen Anhänger nicht unerwähnt lassen wollte.
Grodowski zeigt sich selbstkritisch
Großen Anteil am erfolgreichen Saisonabschluss hatte unter anderem Joel Grodowski, dessen Doppelpack den beeindruckenden Turnaround eingeleitet hatte. Mit zwölf Saisontoren war der Stürmer der treffsicherste Armine, doch vollkommen zufrieden stimmt auch ihn die Spielzeit 2025/26 nicht.
"Wir haben echt eine Rückrunde gespielt, die wir uns so nicht vorgestellt haben", erklärte Grodowski, der sich dabei selbstkritisch inkludierte. Sieben Treffer hatte der 28-Jährige vor der Winterpause erzielt, seinen einzigen Doppelpack hielt er sich für den 34. Spieltag auf: "Meine Hinserie war viel besser. Aber ich glaube, dass wir heute alles reingeschmissen und uns einfach belohnt haben. Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass wir echt so eine geile Truppe sind und das schaffen werden - und wir haben es geschafft", resümierte der erleichterte Angreifer.