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Nur der Jubel tut weh: Elliotts Kampfansage ans DFB-Team

kicker

Wie man aus seinen Fehlern lernt, war am Mittwochabend bei Harvey Elliott mustergültig zu beobachten: Bei seinem zweiten Tor im Halbfinale der U-21-EM gegen die Niederlande verzichtete der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler des FC Liverpool darauf, auf den Knien rutschend zu jubeln.

Nachdem er die Engländer in der 62. Minute mit einem wuchtigen Rechtsschuss ins kurze Eck in Führung gebracht hatte, hatte er sich "für einen dummen Knierutscher" entschieden, "der wirklich wehgetan hat", erklärte Elliott nach dem 2:1-Sieg am BBC-Mikrofon ausgelassen. "Ich habe vergessen, dass das Spielfeld lächerlich trocken war, und das ist der Preis, den ich zahlen muss."

In der Gruppenphase verlor England gegen eine durchrotierte DFB-Elf

Elliott wird es buchstäblich verschmerzen können. Wie bereits bei der jüngsten EM-Ausgabe 2023 steht er mit den Young Lions im Finale, wobei er neben Verteidiger Charlie Cresswell der einzige Spieler im Kader ist, der bereits beim Titelgewinn vor zwei Jahren dabei war. Jetzt soll der Doppelpack her - gegen Deutschland, das England am späteren Abend mit einem 3:0 gegen Frankreich ins Endspiel am Samstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) in Bratislava folgte.

Ohne den Kontrahenten schon zu kennen, richtete Elliott eine kleine Kampfansage an den DFB-Nachwuchs, der die Engländer in der Gruppenphase - trotz großer Rotation - mit 2:1 bezwungen hatte. "Ich habe das Gefühl, dass wir es mit jeder Mannschaft aufnehmen können, und wir gehen in jedes Spiel mit der Überzeugung, dass wir gewinnen können, weil wir die Spieler und den Kader dafür haben", sagte das Herzstück der englischen Offensive. "Der Moment, in dem wir Angst haben, ist der Moment, in dem es schiefgeht."

Elliott verfolgt Woltemade - und erlebt einen denkwürdigen Abend

Mit vier Treffern liegt Elliott hinter dem wahrscheinlichen Torschützenkönig Nick Woltemade (sechs Tore) auf dem zweiten Platz der Torjägerliste, er traf beim Auftaktsieg gegen Tschechien (3:0) zum 1:0 und beim Halbfinaleinzug gegen Spanien (3:1) zum 2:0. Am Mittwoch wurde er von den Fans schon vor seinem Siegtor mit Sprechchören gefeiert. War der Abend einer der besten seiner Karriere? "Emotional und mental ist er ganz oben mit dabei. Es ist eine verrückte Erfahrung, uns in ein weiteres Finale zu bringen."

Beim Turnier 2023 hatte Elliott unter dem damaligen und heutigen Trainer Lee Carsley noch eine andere Rolle gespielt. Wie in Liverpools zurückliegender Meistersaison war er damals als Joker gefragt. Auch im Finale gegen Spanien (1:0) war er spät für Cole Palmer eingewechselt worden, dessen weiteren Weg er gewiss gerne beschreiten würde. Noch wartet Elliott auf seinen endgültigen Premier-League-Durchbruch - und sein erstes A-Länderspiel.