Der Erstligist Hoffenheim wird bald volljährig. Aktuell spielt die TSG ihre 18. Saison im deutschen Oberhaus, aus dem die Kraichgauer noch nie abgestiegen sind. Nach der Relegation 2013 und der Rettung 2016 war es auch in der Vorsaison enorm knapp, erst am letzten Spieltag sicherte sich der von heftigen Turbulenzen auf allen Ebenen durchgeschüttelte Verein erneut den Klassenerhalt.
Um so erstaunlicher ist deshalb der bisherige Saisonverlauf, in dem der vormalige Abstiegskandidat zu einem realistischen Champions-League-Anwärter aufstieg. Nach 17 absolvierten Partien (mit der Nachholpartie in Bremen in der Hinterhand) stehen die wiedererstarkten Hoffenheimer auf Rang 3 und haben mit 33 Punkten bereits mehr Zähler gesammelt als in der kompletten Vorsaison.
In der Premieren-Saison verpasste die TSG noch den Europapokal
Nur einmal in ihrer Erstligahistorie hatten die Kraichgauer nach der Hinrunde noch besser dagestanden - und zwar gleich nach ihrer ersten. Damals hatte der Aufsteiger in der Saison 2008/09 die gesamte Liga überrannt und Fußballdeutschland überrascht. Mit 35 Punkten hatte sich die TSG auf Anhieb die Herbstmeisterschaft gesichert und mit elf Siegen sogar einen mehr gefeiert als der punktgleiche FC Bayern München.
Allerdings hatte der Emporkömmling das Niveau in der Rückrunde nicht mehr halten können, auch weil mit Torjäger Vedad Ibisevic eine wichtige Säule verletzt weggebrochen war. Am Ende wurde der VfL Wolfsburg Meister vor den Bayern. Die TSG schloss die erste Spielzeit auf Rang 7 ab und verpasste noch das internationale Geschäft.
Direkte Konkurrenz: Frankfurt soll auf Abstand gehalten werden
Diesmal aber deutet nichts auf einen sportlichen Einbruch hin. Im Gegenteil. Zum ersten Mal gewann die TSG ihre beiden ersten Partien eines Kalenderjahres. Mit dem 5:1 gegen Gladbach und dem 1:0 gegen Leverkusen untermauerte die Mannschaft von Cheftrainer Christian Ilzer ihre Ambitionen nachdrücklich. Und könnte nun am Samstag im wichtigen Duell mit Eintracht Frankfurt diesen direkten Konkurrenten, der derzeit sechs Punkte hinter der TSG liegt, weiter auf Abstand halten oder gar noch weiter distanzieren.
In der Hinrunde hatte Hoffenheim noch 1:3 gegen die Eintracht verloren und sinnt nun auf Revanche. "Das ist auch eine Champions-League-Mannschaft. Wir müssen die Dinge, die wir in der Hinrunde gegen die Eintracht nicht auf Top-Level gemacht haben, nun in Frankfurt besser machen", sagt Ilzer, "sie haben Qualitäten, mit viel Geschwindigkeit im Konterspiel Tore zu machen. Insgesamt geht es darum, uns so aufzustellen, um auch in Frankfurt zu gewinnen."