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Nüskens Anspruch: "Möchte eine Führungspersönlichkeit werden"

kicker

Sjoeke Nüsken reiste in diesem Sommer - anders als vor der vergangenen Europa- und Weltmeisterschaft - ganz entspannt nach Herzogenaurach. Denn diesmal musste sie beim Vorbereitungs-Lehrgang nicht noch um ihr Ticket für das Großereignis zittern: Drei Jahre, nachdem Martina Voss-Tecklenburg sie kurz vor der EM aus dem endgültigen Kader gestrichen hatte, reist die 24-Jährige als Stammspielerin in die Schweiz.

Der Rollenwechsel von der Wackelkandidatin zur gesetzten Akteurin hängt unter anderem mit ihrem Wechsel zum FC Chelsea im Sommer 2023 zusammen. Sie übernahm bei den Blues sofort eine tragende Rolle (acht Tore in 21 Ligapartien) und entwickelte sich zum Shootingstar ihrer Premieren-Spielzeit in der Women's Super League. "Es ist anstrengender", verriet Nüsken über ihre Zeit in London, allerdings "persönlich auch erfolgreicher. Wir haben jetzt vier Titel innerhalb von zwei Saisons gewonnen. Ich denke, damit kann man zufrieden sein. Ich bin super froh, dass ich es gemacht habe", erklärte die Mittelfeldspielerin.

Durch das intensivere Spiel im Vergleich zu Deutschland entwickelte sie unter anderem eine größere körperliche Robustheit. "Ich fühle mich gut in den Zweikämpfen, das kann natürlich am englischen Fußball liegen. Ich war mehr im Kraftraum - habe da mehr den Fokus drauf gelegt, damit ich da aggressiver bin", so die im westfälischen Hamm geborene Nüsken.

„Defensiv wird man schon ein bisschen gezügelt, weil wir kompakter stehen wollen.“ (Sjoeke Nüsken)

Bei ihrer Rückkehr in den deutschen Fußball muss sich die vielseitige Spielerin immer ein wenig anpassen. So sei das Spiel mit dem DFB-Team strukturierter und nicht derart wild wie auf der britischen Insel. "Defensiv wird man schon ein bisschen gezügelt, weil wir kompakter stehen wollen", erläuterte die Chelsea-Akteurin. Offensiv kann sich Nüsken, die am liebsten auf der Acht oder Zehn spielt, hingegen entfalten - auch dank Sechser-Partnerin Elisa Senß: Sie wird meist von der 27-Jährigen abgesichert.

Senß' Rolle hätte vermutlich Lena Oberdorf inne, wenn sie nach ihrem Kreuzbandriss rechtzeitig fit geworden wäre. "Obi zu ersetzen, ist gar nicht möglich", so Nüsken. Durch den Ausfall erhöht sich natürlich zwangsläufig auch die Verantwortung von Nüsken - allerdings wollte sich auch ungeachtet von Oberdorfs Ausfall den nächsten Rollenwechsel vollziehen. "Ich möchte eine Führungspersönlichkeit auf dem Platz werden", erklärt sie. Es wäre der nächste - zumindest zwischenzeitliche - Höhepunkt ihrer rasanten Entwicklung im Nationalteam.