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Oberdorf in der Abwehr? "Hoffentlich nicht"

kicker

Der eigentlich so luxuriös besetzte Kader der Bayern-Frauen kommt in diesen Wochen arg dünn daher. Nach der schweren Verletzung von Führungsspielerin Sarah Zadrazil verletzten sich zuletzt beim 2:0 im DFB-Pokal auch noch Innenverteidigerin Vanessa Gilles und Angreiferin Jovana Damnjanovic. Nachdem der FC Bayern zunächst noch keine Ausfalldauer prognostiziert hatte, gab Trainer José Barcala am Donnerstag ein Update: Damnjanovic wird mit einem Muskelfaserriss zwei bis drei Wochen ausfallen, Gilles werde aufgrund einer Muskelverletzung im Unterschenkel laut Barcala "mindestens einen Monat" nicht zur Verfügung stehen.

Bitter, schließlich hatte Neuzugang Gilles mit schon drei Kopfballtoren und einer Zweikampfquote von 74 Prozent eine bislang extrem starke Saison-Anfangsphase hingelegt. Zudem war sie eigentlich die einzige Innenverteidigerin, die komplett fit war. Und es jetzt nicht mehr ist. "Wir haben dort verschieden gelagerte Probleme", erklärte Barcala in der Presserunde vor dem Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker).

Sowohl Magdalena Eriksson als auch Kapitänin Glodis Perla Viggosdottir kämpft sich durch die Saison. Eriksson fehlte zuletzt mehrere Wochen, bei ihrem Comeback am Montag in Dortmund reichte es nur für die ersten 45 Minuten. Da wiederum fehlte Viggosdottir im Kader, die Isländerin hatte zuvor bereits die ersten zwei Ligaspiele verpasst. "Sie braucht etwas Belastungssteuerung", erklärte Barcala. Für Eriksson gelte das gleiche. Beide sollen aber einsatzbereit sein.

Neuzugang Stine Ballisager, die in den letzten beiden Spielen ebenfalls wegen Belastungssteuerung fehlte, ist noch fraglich. Als Alternative steht außerdem Tuva Hansen bereit, die in Dortmund schon zur Halbzeit Eriksson ersetzte. In der Schlussphase, nachdem sich auch Gilles verletzt hatte, bekam Hansen dann Lena Oberdorf zur Seite gestellt. Die etatmäßige Mittelfeldspielerin, die nach ihrer schweren Knieverletzung im Vorjahr noch nicht über 90 Minuten auf dem Feld stand, ist laut Barcala aber nicht als Dauerlösung geplant.

"Hoffentlich nicht", beantwortete der Spanier eine entsprechende Frage. "Wenn es Magda, Glodis und Stine gut geht, dann sind das unsere drei Innenverteidigerinnen. Lena Oberdorf kann das auch spielen, aber sie ist nicht unsere erste Wahl." Eher die letzte, wenn keine der etatmäßigen Spielerinnen fit ist. Schließlich wird Oberdorf nach Zadrazils Verletzung auch auf ihrer angestammten Position im Mittelfeld gebraucht.

Standardstärke ohne Gilles? Barcala macht sich keine Sorgen

Um den Verlust der Münchner Standardstärke macht sich Barcala indes keine Sorgen - obwohl in Gilles nun die wohl beste Kopfballspielerin der Liga wegfällt. Die 1,74 Meter große Kanadierin kommt in ihren ersten vier Bundesligaspielen seit ihrem Wechsel aus Lyon schon auf stolze drei Tore - alle drei erzielt per Kopf nach einer Ecke.

"Sie ist außergewöhnlich, eine der besten Innenverteidigerinnen der Welt", schwärmte Barcala. "Sie arbeitet so hart und die Tore sind ein Produkt dieser Arbeit." Aber: "Dieses Team war letztes Jahr schon sehr gut bei Standardsituationen. Mit ihr sind wir noch besser, aber wir haben noch viele andere Spielerinnen, die gut in der Luft sind."