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Ogris: "Bei uns sind die Frauen die Nummer 1"

kicker

Trainingsauftakt bei Österreichs Rekordmeister USV Neulengbach ist zwar erst am 10. Juli mit den obligatorischen Leistungstest. Neo-Coach Andreas Ogris hat seinen Schützlingen aber ein Heimprogramm gegeben, das er gemeinsam mit Co-Trainerin Felizitas Schneider kontrolliert. "Dann wird es vielleicht noch die eine oder andere Einheit geben, die nicht so leiwand ist. Aber prinzipiell wollen wir uns dann dem Ball und der Taktik widmen", so Ogris, der es sich nicht nehmen ließ, nach dem Ende der letzten Saison auch gleich ein paar Einheiten zu leiten.

Überhaupt ist Ogris Feuer und Flamme für den österreichischen Frauenfußball. "Wir wollen um mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung kämpfen. Das haben sie sich verdient", sprudelt es aus ihm heraus und er reißt kurz die Gesprächsführung an sich, "das kann es ja bitte nicht sein, dass bei Österreich gegen Deutschland die Generali-Arena nicht voll wird. Was natürlich auch an der Berichterstattung liegt. Bei den Männern sind bei so einer Partie zwei Wochen lang die Zeitungen voll."

Das Spiel haben sich die Neulengbacherinnen auf Einladung von Model, Influencerin und Bäuerin Cheyenne Ochsenknecht bei einem gemeinsamen Abendessen angesehen. Neulengbachs neue Präsidentin sieht Ogris als Riesen-Gewinn für den Frauenfußball: "Das ist kein Marketing-Gag, sondern ehrliches Interesse ihrerseits. Wir besprechen gewisse Dinge, stimmen uns ab und ihre Reichweite bei den Social-Media-Kanälen hilft uns bei der Suche nach dem einen oder anderen Sponsor."

Thalhammer entfachte die Glut

Ogris ist reingekippt in den Frauenfußball. "Verfolgt habe ich ihn immer schon. Als mit Dominik Thalhammer allmählich Struktur reingekommen ist und im Nationalteam eine klare Linie sichtbar war, ist mein Interesse immer größer geworden. Es ist ja ein Wahnsinn, was die Mädels leisten. Die Zeiten sind längst vorbei, als nur zwei, drei Mal die Woche trainiert wurde", weiß Ogris.

Die sportlichen Ziele will Ogris noch nicht verraten, schließlich herrscht beim letztjährigen Achten der Admiral Frauen-Bundesliga noch ein Kommen und Gehen. Neben einem arrivierten Gerüst mit Spielerinnen wie Julia Tabotta, Anna Holl, Jelena Dordic oder Besijana Pirici setzt Ogris - der auch bei der U-17-EM auf den Färöer genau hingesehen hat - auf viele Junge. "Wir wissen aber auch, dass die Zeit brauchen werden und es natürlich Rückschläge geben wird. Darauf bereiten wir uns vor."

„Violette Dressen werde ich ihnen nicht einreden können. Aber etwas weniger grün vielleicht.“ (Austria-Legende Andreas Ogris)

Das einzige, mit dem sich Austria-Legende in Neulengbach schwer anfreunden kann, sind die Klubfarben. "Maah! Ja. (seufzt) Violette Dressen werde ich ihnen nicht einreden können. Aber etwas weniger grün vielleicht", so Ogris. Dafür sind "bei uns die Frauen die Nummer 1", hält er auch gleich fest. Neulengbachs Männer sind zwar gerade Vizemeister geworden, allerdings in der 2. Klasse Traisental. Ihr Respekt vor den Bundesliga-Spielerinnen sei spürbar.

Ob der 63-malige ÖFB-Teamspieler, 332-malige Bundesliga-Spieler, Espanyol-Legionär und WM-Torschütze seinen vornehmlich jungen Mädels auch vorher schon ein Begriff war, wollen wir noch wissen. "Vielleicht aus Erzählungen vom Vater oder Großvater", scherzt Ogris, "wenn nicht, haben sie sicher schon gegoogelt. Aber das ist ohnehin egal. Für uns heißt es jetzt einmal gemeinsam Gas geben. In alle Richtungen, Leistung soll ja auch honoriert werden."