"Wir müssen hier Klartext reden. Ein möglicher Aufstieg des FC Hansa Rostock ist sportlich ein Erfolg, bedeutet für die Landespolizei jedoch eine massive Verschärfung der Sicherheitslage", sagte Christian Schumacher, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Mecklenburg-Vorpommern, der Ostsee-Zeitung. Schumacher verwies dabei ausdrücklich auf die in Teilen gewaltbereite Fanszene der Rostocker, die in der Vergangenheit immer wieder negativ aufgefallen ist und die laut Schumacher eine Feindbild-Kultur pflege.
Und das würde in der 2. Liga noch mehr zur Geltung kommen, da Hansa dort auf Klubs wie etwa Dynamos Dresden, Hertha BSC oder den 1. FC Magdeburg treffen könnte - mit allen drei Vereinen verbindet die Rostocker eine Rivalität. Schumacher verwies auch darauf, dass bereits in der 3. Liga zu beobachten sei, dass "Gästefans mit Fanutensilien wie Schals und Jacken zunehmend aktiv diskriminiert und attackiert werden" - das bereite dem GdP-Funktionär Sorgen.
Schumacher warnt vor einem "Weiter so"
Schumacher könnte dabei auch an die Vorkommnisse beim Drittliga-Derby zwischen Rostock und Cottbus (1:3) am 9. Spieltag gedacht haben, als große Mengen an Pyrotechnik gezündet wurden, dadurch eine Spielunterbrechung erzwungen wurde und Hansa anschließend eine saftige Geldstrafe aufgebrummt bekam.
Insgesamt wurden die Rostocker allein in der laufenden Saison zu insgesamt 140.335 Euro Strafe verurteilt, zuletzt etwa wegen Vandalismus beim Gastspiel in Regensburg. Schumacher forderte den FC Hansa auf, konsequent Stadionverbote auszusprechen, denn ein "Weiter so" dürfe es im Umgang mit gewaltbereiten Fans weder von Vereins- noch von Politikseite geben.
Hansa ligaweit unübertroffen
Fakt ist aber auch: Rostock hat sehr viele leidenschaftliche und treue Fans und es ist nur ein kleiner Teil, der immer wieder Unfrieden stiftet, während das Gros einfach nur den eigenen Klub supporten möchte.
In absoluten Zahlen pilgerten 2025/26 bislang 294.617 Zuschauer ins Ostseestadion, das macht im Schnitt 24.551 Zuschauer - ligaweit ist das mit Abstand der Bestwert. Alemannia Aachen mit 245.168 absolut und 22.228 durchschnittlich sowie der MSV Duisburg (243.148 insgesamt, 22.104 im Schnitt) folgen auf den Plätzen.
Am Samstag (LIVE! ab 14 Uhr bei kicker) dürfte es wieder voll werden, wenn Hansa den Tabellendritten VfL Osnabrück zum Verfolgerduell empfängt.