Die Aussicht auf das Spiel in München habe seine Mannschaft durch einige harte und intensive Trainingseinheiten getragen, erzählt Trainer Roberto Pätzold. Nun sind es nur noch zwei Tage, bis die Fußballerinnen von Bayer Leverkusen Teil eines Rekordes werden. Für das Gastspiel von Bayer beim Meister FC Bayern am Samstag (17.45 Uhr, LIVE! bei kicker) in der Allianz-Arena sind im Vorverkauf schon mehr als 50.000 Tickets abgesetzt worden - Bundesliga-Novum.
Rund 300 Fans werden die Rheinländerinnen in der bayerischen Landeshauptstadt unterstützen. "Wir freuen uns mega, vor so einer großen Kulisse spielen zu dürfen", betont Pätzold. "Aber wir fahren nicht als Touristen nach München. Es geht um drei Punkte, wir wollen ein geiles Spiel abliefern und im Idealfall etwas mitnehmen."
EM-Entdeckung ist bereit für München
Das ist auch das Ziel von Carlotta Wamser. "Die Stimmung wird brutal", vermutet die Nationalspielerin. "Viele von uns haben noch nicht vor so großen Kulissen gespielt. Aber wir sind bereit." Wamser selbst lief noch im Juli bei der EM in der Schweiz auf der großen Bühne auf. Die 21-Jährige war eigentlich als Backup für Giulia Gwinn mit zur EM gefahren, rückte aber nach der schweren Verletzung der DFB-Kapitänin im ersten Gruppenspiel gegen Polen (2:0) schnell in den Fokus.
Die Verteidigerin gehörte zu den großen Entdeckungen des Turniers. "Das sind schöne Erinnerungen, aber jetzt überwiegt die Vorfreude auf das Spiel in München", sagt Wamser vor ihrem Pflichtspieldebüt für Leverkusen. Nach ihrem Wechsel von Eintracht Frankfurt ins Rheinland will die 21-Jährige auch in der Bundesliga durchstarten.
"Unser Verein hatte sich schon mehrere Male um Carlotta bemüht", erzählt Pätzold. "Sie lässt ihr Herz auf dem Platz, ist ein absolutes Energiebündel, hat eine unheimliche Dynamik und ein gutes Defensivverhalten." Im Training und in den Testspielen gehe der Neuzugang "immer vorneweg. Außerdem bringt sie das Trainingsniveau auf ein neues Level durch ihre physische Spielweise. Das sind genau die Schritte, die wir benötigen".
Auch, um in der Bundesliga möglichst die nächsten Schritte zu gehen. Die vergangene Saison beendete Leverkusen auf Tabellenplatz vier - die beste Platzierung der Vereinshistorie. Der Großteil des Kaders ist geblieben. "Das war auch unser Ziel", verrät Pätzold. Der 46-Jährige, der im Sommer 2024 nach Leverkusen kam, will eine Mannschaft entwickeln, die sich dauerhaft oben festsetzen kann. "Das wird schwer genug, denn die Leistungsdichte im Frauenfußball wird immer enger." Die gute Vorbereitung stimmt den Bayer-Coach aber optimistisch.