Vor der Partie wurde es am Sonntagabend bereits kurios, denn die Verbindung zwischen Schiedsrichter Mateo Busquets Ferrer und dem VAR bestand nicht. Somit ging es los, ohne dass die Szenen überprüft werden konnten. Hier und da war die Verbindung im Laufe des Spiels wieder da, aber nicht konstant. Am Ende konnte zum Beispiel das Abseitstor der Gastgeber überprüft werden.
Der VAR war also mal da, mal weg - und in einer entscheidenden Szene war er eben nicht verfügbar. Es handelte sich um die 37. Minute, als Lamine Yamal im Strafraum im Duell mit Pep Chavarria zu Fall kam und einen Elfmeter zugesprochen bekam. Ein extrem schmeichelhafter Pfiff. Viel machte der Defensivmann nicht, man kann sogar diskutieren, ob es gar ein Stürmerfoul war.
"Jetzt gibt es keinen VAR? Das ist eine Schande, wir verlassen das Spielfeld", tobte Rayo-Coach Inigo Perez nach der Elfmeterszene an der Seitenlinie - räumte im Nachgang der Partie aber ein, dass er über die Stränge geschlagen hat: "Ich möchte mich für mein Verhalten an der Seitenlinie entschuldigen." Er habe sich "aufgeregt und die Beherrschung verloren, weil wir wissen müssen, ob es einen VAR gibt oder nicht - das beeinflusst die Spieler". Schließlich sei es im Spiel "hin und her" gegangen, die Teams seien von den Gegebenheiten rund um den VAR "willkürlich benachrichtigt worden".
Dem Gefoulten, der aus dieser Situation auf jeden Fall sehr viel machte, war es egal, Lamine Yamal traf zur Führung. Ob der VAR den Strafstoß kassiert hätte? Wir werden es nie erfahren. "Immer sind wir Kleinen die Leidtragenden, und die Mächtigen sind im Vorteil", schimpfte Perez.
"Was für ein Zufall, dass sie sich immer gegen dieselben Teams irren"
Wenig überraschend sah es sein Pendant etwas entspannter, wenngleich Barca-Coach Hansi Flick seinem Gegenüber in der Sache recht gab. "Der VAR muss funktionieren", so der Trainer der Katalanen. "Aber wir konnten nichts dagegen tun." Es sei nicht seine "Aufgabe, Vorschläge zu machen", fügte der Deutsche hinzu, genauer äußerte er sich nicht.
Und die Rayo-Spieler? Der Schiedsrichter habe ihm "gesagt, dass er seinen Fehler eingesteht, und das ehrt ihn", behauptete Vallecano-Angreifer Isi Palazon im Anschluss an die Partie am DAZN-Mikrofon. "Ich könnte tausende Schimpfwörter sagen, aber er ist auch nur ein Mensch", sagte der agile Stürmer weiter, der vielsagend anfügte: "Was für ein Zufall, dass sie sich immer gegen dieselben Teams irren."
Immerhin konnte sich Rayo damit trösten, dass es dank eines couragierten Auftritts 1:1 gegen Barcelona spielte und dafür sorgte, dass der Meister erstmals in dieser Saison Punkte ließ.