Fehlercode: %{errorCode}

Reeses "Riesen-Brett": Warten auf die Erlösung

kicker

Den Einwurf von Michal Karbownik leitete Diego Demme direkt weiter, Dawid Kownacki verlängerte per Kopf in den Lauf von Michael Cuisance. Der Franzose drang zielstrebig in den Strafraum ein, schüttelte Lubambo Musonda ab - und brachte den Ball, den der zu Hilfe eilende Silas Gnaka und Keeper Dominik Reimann noch berührten, in die Mitte. Fabian Reese schloss mit links ab und verfehlte aus Nahdistanz das Tor.

Es war sehr früh im Spiel eine der Schlüsselszenen im Duell zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Magdeburg (0:2). "Wir müssen nach einer Minute in Führung gehen mit Fabi Reese", sagte der Berliner Coach Stefan Leitl später. "Das ist ein Riesen-Brett, das du speziell in so einem Spiel nutzen musst, um das Momentum auf deine Seite zu bekommen."

Eigenerkenntnis: "Den kann man natürlich machen"

Die Zweitliga-Hinrunde neigt sich ihrem Ende entgegen, und Reese - Herthas Kapitän und Lichtgestalt - hat noch immer kein Tor aus dem Spiel heraus erzielt. In den Vorwochen, als der Hauptstadtklub sieben Pflichtspiele in Serie gewann, trafen andere. Gegen Schlusslicht Magdeburg traf niemand. Neben der Doppelchance von Verteidiger Linus Gechter in der Nachspielzeit war Reeses Abschluss die größte Tormöglichkeit der Berliner an einem Nachmittag, an dem sie ihre Offensive und besonders ihr Umschaltspiel nicht wie gewünscht ins Rollen bekamen.

Reese selbst fand die Situation nicht so klar wie mancher Beobachter. "Es war so, dass Micka (Michael Cuisance, d.Red.) mir entgegenkam und auch ausholen wollte. Dann war der Winkel so, dass ich nicht richtig an den Ball kam und ihn ein bisschen neben den Pfosten setze", sagte Herthas Flügelstürmer. "Sehr, sehr schade. Den kann man natürlich machen, aber auf jeden Fall war der Winkel schwer, weil noch ein Verteidiger das Tor versperrt hat. Das wäre ein Top-Start gewesen."

Bei den Sprints führt Reese vor Herold und Corredor

Wäre es tatsächlich - und für den notorisch ehrgeizigen Reese, der in dieser Saison bislang bei zwei Elfmeter-Treffern steht, hätte es vermutlich eine Art Erlösung bedeutet. Mit seinen acht Assists ist er ligaweit der beste Vorbereiter. Und das Ranking mit den meisten Sprints (334) führt er ebenfalls an - vor dem Karlsruher David Herold und dem Darmstädter Killian Corredor (jeweils 314).

Den zusätzlichen Jubel-Sprint nach einem eigenen Tor würde Herthas Kapitän aber vermutlich sehr bald ziemlich gern in Kauf nehmen. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Freitagabend (18.30 Uhr) an seiner früheren Wirkungsstätte in Fürth.