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Regel-Verwirrung bei Katics Rückkehr auf den Platz

kicker

Bei seiner Pflichtspielpremiere für Schalke 04 köpfte Nikola Katic gegen Hertha BSC (2:1) nach 23 Minuten die 2:0-Führung, bis dahin hatte er sich bereits mehrfach in der eigenen Abwehr robust gegen Berlins Angreifer Fabian Reese behauptet (kicker-Note 2). Dass Hertha BSC auch nach der Pause ungefährlich blieb, hatte viel mit dem kompromisslosen Katic zu tun.

Katic verteidigt im Stil eines Volleyballers

In der Schlussphase kam dann aber einige Verwirrung auf. Im Stile eines Volleyballers hatte der Verteidiger im Duell mit Reese versucht, den Ball zu klären, für diese regelwidrige Aktion sah der Abwehrspieler zwangsläufig Gelb-Rot - die erste Verwarnung hatte er nur wenige Minuten zuvor im Zuge des Berliner Anschlusstreffers zum 1:2 wegen Meckerns kassiert.

Böse war dem Sommerzugang wegen seines scheinbar vollkommen bewussten Handspiels niemand, denn es drängte sich der Eindruck auf, als sei der 28-Jährige in dem Moment schlicht nicht Herr seiner Sinne gewesen.

Nach dem Abpfiff erhärtete sich dieser Verdacht, zumal die medizinische Abteilung der Königsblauen offenbar eindringlich dafür plädiert hatte, Katic nach einem üblen Kopf-Treffer durch den eigenen Mitspieler (Mertcan Ayhan) nicht mehr weiterspielen zu lassen.

Keine 24 Stunden später folgte seitens des Vereins die Diagnose. Demnach zog sich Katic eine Gehirnerschütterung zu. Nach einer Nacht unter ärztlicher Beobachtung wurde er am Samstagmorgen nach Hause entlassen. Er wird eine mehrtägige Trainingspause einlegen.

Mulder moniert unklares Regelwerk

Laut DFL-Protokoll dürfe "ein Spieler, der eine Kopfverletzung erlitten hat, die eine Untersuchung auf eine mögliche Gehirnerschütterung erfordert, nach der Untersuchung nur weiterspielen, wenn der Mannschaftsarzt dem Schiedsrichter ausdrücklich bestätigt, dass der Spieler dazu in der Lage ist".

Sportdirektor Youri Mulder versicherte später, dass Schalkes ärztliche Abteilung "mehrfach zum 4. Offiziellen gesagt hat, dass Nikola nicht wieder auf den Platz gehen kann". Die Schalker waren der Ansicht, dies klar kommuniziert zu haben, allerdings soll der 4. Offizielle hinterher angegeben haben, die Ansage der Schalker Verantwortlichen nicht wahrgenommen zu haben.

Obendrein, erklärte Mulder, hätten die Schiedsrichter nach Rücksprache mit der Kommandozentrale in Frankfurt eruiert, dass es prinzipiell nicht in ihrem Aufgabenbereich liege, eine solche Entscheidung zu treffen.

Mulder sprach von einer Unklarheit im Regelwerk. Das Problem: Das entsprechende Protokoll ist lediglich eine Selbstverpflichtung der Klubs, kein Teil des Regelwerks, das die Schiedsrichter bindet. Mulder forderte noch am Abend, dass die Zuständigkeiten eindeutig geklärt werden müssten.

Laut Schalke 04 sei der bereits noch am Freitag begonnene sachliche und konstruktive Dialog mit der DFB Schiri GmbH am Samstag fortgesetzt worden. Es bestehe Einigkeit, dass man "diesen Fall zum Anlass nimmt, um bestehende Prozesse im Spielbetrieb zu schärfen".

In letzter Konsequenz könnte man festhalten, dass die Schalker Bank nicht vehement genug versucht hat, ihren Innenverteidiger nach längerer Behandlungspause von einer Rückkehr auf das Spielfeld abzuhalten. Ehe dieses Versäumnis umgehend korrigiert werden konnte, ereignete sich bereits die kuriose Volleyball-Verteidigung des Abwehrspielers, der allein schon aufgrund seiner Gelb-Roten Karte am kommenden Samstag gegen den 1. FC Kaiserslautern fehlen wird.

Abwehr-Umbau im ersten Auswärtsspiel

Mit ihm bricht direkt im ersten Auswärtsspiel die wohl wichtigste Säule in der neuformierten Schalker Verteidigung weg. Timo Becker könnte den Part in der zentralen Defensive übernehmen, Taylan Bulut die Rolle auf der rechten Seite. Ron Schallenberg hatte unter Kees van Wonderen in der Innenverteidigung gespielt - dass er im defensiven Mittelfeld aber noch besser aufgehoben ist, untermauerte der Ex-Paderborner gegen Hertha BSC mit seiner starken Leistung vor der Dreierkette.