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Rummenigge: "Sommer ist damals vor unserem Trainer geflüchtet"

kicker

Über Inter, PSG und zwei Ex-Bayern-Profis

Jahrelang schaute sich Karl-Heinz Rummenigge in jedem Sommer Bayerns Niederlage im "Finale dahoam" in voller Länge an. Es sei die "einzige Wunde, die noch nicht verheilt ist", gestand er mal. Wenn an diesem Samstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) erstmals seit jenem Drama vor 13 Jahren wieder ein Champions-League-Endspiel in München steigt, kann der langjährige Vorstandschef des FCB deutlich entspannter mit dem Ausgang umgehen - auch wenn er erneut kein ganz neutraler Zuschauer ist.

"Ich gönne es beiden Teams, aber wünsche es Inter natürlich ein Stück weit mehr aufgrund meiner Vergangenheit", erklärt Rummenigge im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. "Es wäre schön, wenn Inter nach 15 Jahren Wartezeit ihren Tifosi endlich wieder einmal diese prestigeträchtige Trophäe präsentieren dürfte."

Rummenigge hatte zwischen 1984 und 1987 für Inter gestürmt und "drei außergewöhnliche Jahre" erlebt, die ihn sportlich wie menschlich "sehr geprägt" hätten. "Ich habe bis heute große Sympathien für den Club. Der CEO, Giuseppe 'Beppe' Marotta, ist ein sehr guter Freund von mir und ich habe viele Kontakte auch zu anderen handelnden Personen im Management. Beruflich hat mir die italienische Sprache und vieles, was ich dort lernen durfte, später als Verantwortlicher des FC Bayern sehr geholfen - in einer Zeit, in der die Serie A das Maß aller Dinge war, hat es mir viele Türen geöffnet."

Und auch auf dem Platz wird Rummenigge am Samstag alte Bekannte wiedersehen: Bei Inter werden mit Benjamin Pavard und Yann Sommer zwei Ex-Münchner in der Startelf erwartet. "Beide haben sich hervorragend eingefügt und spielen eine wichtige Rolle", lobt Rummenigge. "Pavard hat uns mit seinem Kopfballtor im Viertelfinale ja gewissermaßen die Tür zum Halbfinale zugeschlagen. Und Yann Sommer hat gegen den FC Barcelona wirklich überragend gehalten - die Glanztaten gegen Lamine Yamal waren außergewöhnlich."

"Sommer hat in München oberhalb von uns gewohnt"

Für Sommer freue er sich ganz besonders: "Er hat in München oberhalb von uns gewohnt, wir haben uns oft gesehen. Er ist damals ein Stück weit vor unserem damaligen Trainer geflüchtet - umso bemerkenswerter ist, wie stark und konstant er jetzt bei Inter Mailand performt. Das zeigt seine Qualität, gerade im fortgeschrittenen Fußballeralter."

Sommer, der damals den Trainerwechsel von Julian Nagelsmann zu Thomas Tuchel hautnah miterlebte, hatte die Bayern vor der Saison 2023/24 nach nur einem halben, sehr unruhigen Jahr wieder verlassen - und greift nun an alter Wirkungsstätte nach seinem ersten internationalen Titel.

In PSG trifft der 36-Jährige aber auf einen Gegner, dem Rummenigge "eine beeindruckende Entwicklung" attestiert. "Erstens haben sie ihre Payroll deutlich reduziert - viele der Größtverdiener, die auch für Unruhe in der Kabine sorgten, sind nicht mehr da. Zweitens haben sie mit Luis Enrique endlich den passenden Trainer gefunden. PSG ist für mich die große Überraschung dieser Saison."

"München ist in diesem Sommer die Hauptstadt des europäischen Fußballs"

Die Bayern-Profis hatten ein weiteres "Finale dahoam" mit dem Viertelfinal-Aus gegen Inter verpasst (Rummenigge: "Ich hadere überhaupt nicht"), einigen von ihnen winkt aber am Wochenende danach ebenfalls ein Titel in München: die Nations League. "München ist in diesem Sommer die Hauptstadt des europäischen Fußballs - zuerst das Champions-League-Finale, dann das Finale der Nations League", freut sich Rummenigge. "Die Stadt darf sich wirklich glücklich schätzen, Gastgeber für diese beiden Großereignisse zu sein."