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Rüdiger: "Es war wirklich dämlich"

kicker

Beim Final Four der Nations League im Juni fehlte Antonio Rüdiger wegen einer Knie-Operation. Und so sehr die deutsche Nationalmannschaft die Erfahrung des Innenverteidigers gegen Portugal (1:2) und Frankreich (0:2) auch vermisste: Womöglich war die Zwangspause für Rüdiger selbst gar nicht schlecht, um vorübergehend etwas Abstand zu gewinnen.

Ende April hatte sich der 32 Jahre alte Real-Madrid-Profi im aufgeheizten spanischen Pokalfinale gegen den FC Barcelona (2:3 n. V.) einen denkwürdigen Ausraster geleistet, für den er nicht nur eine Sechs-Spiele-Sperre, sondern auch einen Rüffel von Bundestrainer Julian Nagelsmann und Sportdirektor Rudi Völler erhalten hatte. In der Öffentlichkeit forderte mancher Experte gar Rüdigers Ausschluss aus der Nationalelf.

"Mir ist bewusst, dass ich nun besonders kritisch beobachtet werde"

"Es steht außer Frage, dass mein Verhalten falsch und absolut überzogen war - dafür gibt es keine Ausreden", blickt der 79-malige Nationalspieler in der Süddeutschen Zeitung zurück. "Es war wirklich dämlich, meinen Tapeverband aufs Spielfeld zu werfen und dann noch so die Nerven zu verlieren." Unter anderem hatte er dem Schiedsrichter wüste Beschimpfungen zugerufen und musste von zahlreichen Personen zurückgehalten und vor Schlimmerem bewahrt werden. "Mir ist bewusst, dass ich nun besonders kritisch beobachtet werde." Nagelsmann hatte im Mai erklärt, dass bei Rüdiger "das Limit erreicht" sei. "Er weiß auch, dass das nicht mehr passieren darf, sonst hat es größere Konsequenzen."

Bei den DFB-Verantwortlichen hatte sich Rüdiger bereits im Nachgang entschuldigt. "Jeder weiß, dass ich ein sehr emotionaler Typ bin, der auf dem Platz immer 100 Prozent gibt. Meine Spielweise lebt von diesen Emotionen, sie haben mich zu dem Innenverteidiger gemacht, der ich heute bin", sagt er nun. "Aber im Umfeld dieses Finals - die Enttäuschung über die Niederlage, die Diskussionen um den Schiedsrichter und meine eigene schwere Verletzung - habe ich Grenzen klar überschritten. Das war ein großer Fehler, über den ich mich selbst am meisten geärgert habe."

"Endlich wieder komplett schmerzfrei"

An diesem Montag, wenn sich die Nationalmannschaft für den WM-Quali-Auftakt erstmals in der neuen Saison versammelt, wird gewiss auch Rüdiger wieder dabei sein, auch wenn der Kader erst am Mittwochabend offiziell wird. Sein Comeback für Real gab er bereits bei der Klub-WM, nachdem er die Sperre genutzt hatte, um die Meniskus-OP vorzuziehen.

"Ich wurde im Laufe der Klub-WM gerade noch so einigermaßen fit", berichtet er. "100 Prozent waren das aber noch nicht. Im Urlaub konnte ich meine Akkus wieder aufladen und in der Vorbereitung komplett durchziehen. Mein Ziel ist es, wieder an meine Bestleistungen heranzukommen, nachdem ich endlich wieder komplett schmerzfrei bin."