Der geneigte Kegler weiß: Alle neune, das sind eigentlich ein Grund zum Feiern. Nicht so aber in Saarbrücken, das durch das 2:3 gegen Essen am Samstagnachmittag das neunte sieglose Ligaspiel in Serie verbuchte. Eine Talfahrt, durch die der Blick im Saarland spätestens jetzt gen Abstiegsplätze gehen muss. Drei Punkte trennen den Tabellen-15. von Rang 17.
Dabei hatte es gegen RWE zunächst nach einem echten Befreiungsschlag ausgesehen. Patrick Schmidt war nach einer Ecke erfolgreich gewesen, auch auf den Essener Ausgleich hatte der FCS eine schnelle Antwort gefunden - um in den letzten Minuten nicht nur den Sieg, sondern auch noch ein Remis aus den Händen zu geben.
"Es war ein Spiel, das man nicht verlieren muss", resümierte Routinier Manuel Zeitz nach Abpfiff gegenüber MagentaSport und formulierte klar, dass das Ergebnis für ihn nur bedingt zum Spielverlauf gepasst hatte: "Wir haben alles reingeworfen und hätten mehr verdient gehabt." Ein Zeugnis, von dem sich die Saarländer allerdings nichts kaufen könnten: "In der Situation, in der wir uns befinden, bringt uns das alles nichts."
Effizienz wird zum Knackpunkt
Als Knackpunkt umriss der 35-Jährige, der inzwischen zum Saarbrücker Inventar zählt, die Effizienz beider Mannschaften. "Wir kriegen mit relativ wenig Chancen des Gegners zu Hause drei Gegentore. Das ist einfach zu viel", fasste er die Essener Offensivbemühungen zusammen, ehe er auf die eigenen zu sprechen kam: "Wir haben hier jetzt auch keinen Tiki-Taka-Fußball oder sonst was gespielt, hatten aber die deutlich größere Anzahl an Torchancen." Nur blieben diese eben ungenutzt: "Sie haben heute einfach aus wenig viele Tore gemacht und wir aus vielen Chancen nicht genug Tore, um das Spiel zu gewinnen."
„Ob das besser war oder schlechter: Am Ende stehen null Punkte für das Spiel da.“ (Manuel Zeitz)
Dass Saarbrücken diese Möglichkeiten überhaupt herausgespielt hatte, kam zwar einer Leistungssteigerung gleich, überbewerten wollte der gebürtige Völklinger diese aber nicht. "Man kann jetzt hier reden, wie man will. Ob das besser war oder schlechter: Am Ende stehen null Punkte für das Spiel da", lautete die bittere Bestandsaufnahme.
"... dann gewinnt man die Vielzahl an Spielen"
Und doch konnte Zeitz der Leistung des FCS auch etwas Positives abgewinnen: "Wenn man oft diese Leistung auf den Platz bringt, wie wir sie heute auf den Platz gebracht haben, dann gewinnt man normalerweise die Vielzahl an Spielen in dieser Liga." Ein Vorhaben, für das die nötige Qualität definitiv gegeben sei. "Dafür sind wir gut genug, dass wir noch viele Spiele gewinnen können, wenn wir so einen Invest haben", war sich Zeitz sicher, doch mahnte: "Aber man muss natürlich irgendwann damit anfangen."