So falsch war die Besetzung der Rechtsverteidigerposition bei Schweinfurt 05 dann doch nicht. Denn beim 0:2 bei Viktoria Köln wirkte der zentrale Abwehrspieler Lucas Zeller stabil und robust in den Zweikämpfen, überzeugte trotz der Gegentreffer in seiner neuen, ungewohnten Rolle.
Sicher, ins Offensivspiel griff der 25-Jährige (kicker-Note 3,5) selten ein. Doch das dürfte Trainer Victor Kleinhenz bewusst gewesen sein, als er Zeller Optionen wie dem noch etwas unerfahrenen und in der 74. Minute eingewechselten Lauris Bausenwein (20) vorzog.
Geis kluger Ballverteiler
So oder so - die Schnüdel bewiesen in ihrer ersten Profipartie seit 23 Jahren, dass sie mithalten können in der 3. Liga, unter anderem, weil sie den erfahrenen Johannes Geis in ihren Reihen wissen. Der 31-Jährige verteilte klug die Bälle, prüfte kurz nach der Halbzeit Kölns Keeper Dudu mit einem Distanzschuss, war beim Gegentor jedoch etwas zu weit weg von Torschütze Lex Tyger Lobinger.
Kleinhenz sah insgesamt schon Luft nach oben. "In der ersten Halbzeit hat man schon gemerkt, dass der Respekt vor der neuen Liga sehr groß ist. Das habe ich mir tatsächlich ein bisschen mutiger von uns vorgestellt", so der 34-Jährige nach Spielende bei MagentaSport. Kurioserweise hielten die Schnüdel da noch die Null, kassierten die Gegentreffer erst in ihrer guten Phase nach Wiederanpfiff.
"Wahrscheinlich das Lehrgeld, das wir zahlen müssen"
"Das ist sehr schade, dass wir ausgerechnet da mit einem Doppelschlag bestraft werden. Wahrscheinlich ist es das Lehrgeld, dass wir in dieser Liga zahlen müssen", sagte Kleinhenz.
Auf Routinier Geis (kicker-Note 3,5) und seine Form wird es trotzdem ankommen, vor allem aber braucht es Spieler, die die von ihm eingeleiteten Angriffe verwerten. Tim Latteier (4,5), den seine Top-Leistung beim 1:0-Testsieg gegen Union Berlin ins Team gespült hatte, war auf der Zehn umtriebig, wies jedoch ebenso wenig Durchschlagskraft auf wie Stoßstürmer Michael Dellinger oder der für ihn eingewechselte Elfmeterfehlschütze Erik Shuranov (beide 5,0). "Damit hätte das Spiel nochmal aufgehen können", klagte Kleinhenz.
Diese Nachlässigkeiten gilt es auszumerzen, wenn Energie Cottbus am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) zum ersten Schweinfurter Drittliga-Heimspiel in Sachs-Stadion kommt.