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Sextett erweitert die deutsche Hall of Fame

kicker

Die Hall of Fame des deutschen Fußballs ist um sechs Legenden reicher. Am Dienstag wurden die Weltmeister Bastian Schweinsteiger, Guido Buchwald und Jupp Heynckes, Europameister Horst Hrubesch, Trainer-Idol Otto Rehhagel und posthum auch Fußball-Botschafter Bert Trautmann im Fußball-Museum in Dortmund in die Ruhmeshalle aufgenommen. Bei der Preisverleihung waren Schweinsteiger, Buchwald, Hrubesch und Rehhagel vor Ort, der 2013 verstorbene Trautmann wurde von seinem Sohn Mark vertreten.

Von Weltmeister zu Weltmeister

Bastian Schweinsteiger wurde nach Miroslav Klose und Philipp Lahm als dritter Weltmeister von 2014 in die Hall of Fame aufgenommen. Sein langjähriger Mitspieler Lahm übernahm die Laudatio für den 41-Jährigen, den jüngsten Neuzugang: "Du bist der Fels in der Brandung, ein Sportler, in dem sich Deutschland wiedererkennt." Schweinsteiger zeigte sich sichtlich gerührt: "Das bedeutet mir sehr viel."

Guido Buchwald vertritt als siebter Weltmeister von 1990 die "Generation Rom". Der zweimalige Deutsche Meister mit dem VfB Stuttgart wurde von Hansi Müller geehrt: "Es ist wunderschön zu sehen, wie beliebt du bei den Menschen ist. Du hast das Gesamtpaket." Sein ehemaliger Mitspieler Jürgen Klinsmann ergänzte: "Was er 1990 im Endspiel geleistet und wie er Diego Maradona ausgeschaltet hat, ist eine wunderbare Geschichte."

Aus der Titel-Mannschaft von 1974, zudem aus Deutschlands erster Europameister-Mannschaft von 1972, zieht Jupp Heynckes in die Hall of Fame ein, der zudem viermal Meister mit Borussia Mönchengladbach wurde. Als Trainer feierte Heynckes vier Meisterschaften mit den Bayern, die er 2013, wie schon Real Madrid 1998, zum Champions-League-Sieg führte. "Ich wusste immer, egal was passiert, ich kann mich auf Jupp verlassen", blickte Uli Hoeneß zurück: "Es gibt wenige in diesem Geschäft, die ihre Arbeit so ehrlich und geradlinig gemacht haben."

Ein Trainer für die Fußball-Wunder

In erster Linie für seine Leistungen als Trainer wird Otto Rehhagel aufgenommen. Seine Meisterschaft mit dem 1. FC Kaiserslautern als Aufsteiger 1998 und der EM-Titel mit Griechenland 2004 bleiben unvergessen. Mit Werder Bremen holte der Bundesliga-Spieler der ersten Stunde 1992 den Europapokal der Pokalsieger, zwei deutsche Meisterschaften und insgesamt drei Pokalsiege. Sein Ex-Spieler Benno Möhlmann überreichte den Preis, Rudi Völler gratulierte per Video-Botschaft: "Er war ein wunderbarer Trainer. Ich bin ihm unendlich dankbar und bin da nicht der Einzige. Keiner findet ein negatives Wort über ihn."

Komplettiert wird das Sextett von zwei Preisträgern des Walther-Bensemann-Preises: Zum einen durch den ehemaligen U-21- und Frauen-Nationaltrainer Horst Hrubesch, als Spieler Landesmeister-Sieger 1983 sowie dreimal Meister mit dem Hamburger SV und 1980 als Matchwinner im Finale Europameister. "Du hast Großes für den deutschen Fußball geleistet und warst immer du selbst", lobte Manuel Neuer, einer seiner U-21-Europameister von 2009, per Video-Botschaft und betonte die "Mischung aus Disziplin und Vertrauen".

Botschafter zwischen Deutschland und England

Der zweite Bensemann-Preisträger ist der legendäre Torhüter Bert Trautmann, der bei Manchester City und in Großbritannien auch über den Fußball hinaus zur Legende wurde. Der frühere Fallschirmjäger und Kriegsgefangene wurde 1956 zu Englands Fußballer des Jahres gewählt, das FA-Cup-Finale des selben Jahres gewann er trotz eines im Spiel erlittenen Genickbruchs. DFB-Präsident Bernd Neuendorf nannte den Botschafter Trautmann "eine der größten Persönlichkeiten des deutschen Fußballs" und seine Geschichte "eine der Versöhnung mit einem Mann im Mittelpunkt, der zum Lieblings-Deutschen der Briten wurde".

Für die Hall of Fame können grundsätzlich deutsche Persönlichkeiten aus dem Männer- und Frauenfußball von 1900 bis heute vorgeschlagen werden, die ihre Karriere mindestens fünf Jahre beendet haben. 53 Menschen umfasst die Ehrenhalle inzwischen, darunter 17 Frauen.

Zuvor wurden gewählt

Männer, Jahrgang 2022: Philipp Lahm, Bernd Schuster, Karl-Heinz Rummenigge

Frauen, Jahrgang 2022: Nadine Angerer, Ariane Hingst, Anne Trabant-Haarbach, Christa Kleinhans, Bärbel Wohlleben

Männer, Jahrgang 2021: Jürgen Kohler, Horst Eckel, Joachim Streich, Miroslav Klose, Udo Lattek

Männer, Jahrgang 2020: Berti Vogts, Michael Ballack, Andreas Möller, Klaus Fischer, Rudi Völler

Männer, Jahrgang 2019: Oliver Kahn, Hans-Jürgen Dörner, Wolfgang Overath, Jürgen Klinsmann, Helmut Schön

Frauen, Jahrgang 2019 (Gründungself): Silke Rottenberg; Steffi Jones, Doris Fitschen, Nia Künzer; Renate Lingor, Silvia Neid, Martina Voss-Tecklenburg, Bettina Wiegmann; Inka Grings, Birgit Prinz, Heidi Mohr; Tina Theune

Männer, Jahrgang 2018 (Gründungself): Sepp Maier; Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Andreas Brehme; Günter Netzer, Lothar Matthäus, Fritz Walter, Matthias Sammer; Uwe Seeler, Gerd Müller, Helmut Rahn; Sepp Herberger