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So geht es mit Kramaric weiter

kicker

Es hat etwas gedauert. Schließlich war erst Andrej Kramaric im Sommerurlaub, später fehlten deswegen auch noch einige Mitglieder der Hoffenheimer Geschäftsführung. Nun aber haben in der Woche nach dem Trainingslager beide Seiten zu einem klärenden Gespräch zusammengefunden, das mit Kapitän Oliver Baumann schon vor dem Start in die Vorbereitung geführt worden war.

Schließlich hatte auch Kramaric in der vergangenen Saison die Transfer- und Personalpolitik des Klubs heftig kritisiert. Zwischenzeitlich schien eine weitere Zusammenarbeit zwischen dem Superstar und der sportlichen Leitung arg fraglich bis nahezu undenkbar.

"Ich bin ehrlich und sogar noch soft, denn wenn ich alle Dinge sage, die in meinem Kopf sind, werde ich wahrscheinlich die größte Strafe in der Geschichte der Bundesliga bekommen", hatte sich Kramaric Anfang des Jahres nach der 0:5-Klatsche in München echauffiert, "es besteht die Gefahr, dass wir absteigen. Mit einer guten Mannschaft, mit guten Spielern." Das war eindeutig auch gegen den damals noch neuen Trainer Christian Ilzer gerichtet, mit der von dem Österreicher angestrebten Spielweise fremdelte Kramaric gewaltig.

Deswegen wollte sich die Geschäftsführung vor dem Start der neuen Saison vergewissern, wie der Kroate nun zum eingeschlagenen Weg unter Ilzer mit der runderneuerten Mannschaft steht. Zudem ging es auch darum, die im Frühjahr angekündigten Gespräche um eine erneute Vertragsverlängerung des 34-Jährigen fortzuführen.

"Wir haben mit Andrej ein offenes und vertrauensvolles Gespräch geführt mit gutem Ergebnis", versichert nun Sportgeschäftsführer Andreas Schicker, "wir konnten gemeinsam die Vergangenheit aufarbeiten und die Zukunft besprechen. Andrej hat uns klar signalisiert, dass er von unserem eingeschlagenen Weg überzeugt ist und mit uns in eine Richtung gehen will. Wir freuen uns sehr über Andrejs klares Bekenntnis und haben mit ihm vereinbart, dass wir bezüglich einer möglichen Vertragsverlängerung in engem Austausch bleiben. In den nächsten Monaten fokussieren wir uns allerdings zunächst auf die sportliche Entwicklung der Mannschaft."

Kramaric: "Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis"

Auch Kramaric bestätigt eine harmonische Übereinkunft. "Das Gespräch mit der Geschäftsführung war gut, ich bin zufrieden mit dem Ergebnis. Wir haben über die vergangene Spielzeit gesprochen, vor allem aber über die Zukunft", erklärt der Topangreifer der TSG, "ich bin überzeugt davon, dass hier wieder etwas Gutes entstehen kann - wenn wir alle zusammenhalten. Dabei will ich helfen. Die Energie in der Mannschaft ist sehr gut, und auch die Neuzugänge machen alle einen guten Eindruck. Wir müssen uns jetzt alle auf den Saisonstart und die Aufgaben in den kommenden Monaten konzentrieren, damit wir sportlich erfolgreich sind."

Seit Winter 2016 spielt Kramaric als Kreativzentrum und über lange Jahre bester Scorer der TSG die führende Rolle auf dem Platz, in der Kabine und auch in der Gehaltsstruktur. Die führt der Kroate immer noch an, sein eigentlich in diesem Sommer auslaufender Vertrag hatte sich im Laufe der vergangenen Spielzeit nach dem 20. Pflichtspiel automatisch bis 2026 verlängert.

Doch die bereits erwähnte und von beiden Seiten erwogene Ausdehnung steht weiter aus. Dem Vernehmen nach klafften die Vorstellungen beider Seiten beim ersten Abtasten weit auseinander. Während Kramaric sich erneut langfristig gebunden sehen wollte, blieb die TSG in Laufzeit und Gage wohl deutlich zurückhaltender. Nun also gehen alle ergebnisoffen in dieses finale Vertragsjahr.

An dessen Ende erneut eine WM stehen wird, bei der Kramaric mit Kroatien noch mal einen erhebliche Rolle zu spielen gedenkt. Immerhin waren die Kroaten Vizeweltmeister 2018, WM-Dritter 2022 und Finalist in der Nations League 2023. Dazu muss der Offensivspieler aber auch im Klub entsprechend performen. Doch mit dem aus Elversberg zurückgeholten Muhammed Damar erwächst dem Routinier eine ernstzunehmende Konkurrenz. Um die bislang wie in Stein gemeißelte Führungsposition auf und neben dem Platz muss Kramaric wohl heftiger denn je kämpfen.