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"Sonst zeigen mir unsere Stürmer den Vogel": Geretsried will seiner Linie treu bleiben

kicker

Es war ein echtes Statement, das der TuS Geretsried in der Relegation setzte: Zweimal empfingen die Oberbayern ihren Gegner zum Hinspiel daheim. Und zweimal war das Duell nach 90 Minuten praktisch entschieden. Denn sowohl der damalige Bayernligist aus Grünwald im Halbfinale als auch Schwabmünchen im Finale wurden mit einer 4:0-Packung auf die Rückreise geschickt - das Weiterkommen in den Rückspielen war somit nur noch Formsache.

Und doch war die Freude nach dem Abpfiff des zweiten Finalspiels riesig, wie Trainer Daniel Dittmann verrät: "Das war ein besonderes Gefühl, als wir es geschafft haben. Gerade, weil wir den Aufstieg mit Spielern geschafft haben, die zu 80 Prozent aus der eigenen Jugend kommen, ist der Erfolg sehr hoch einzuordnen."

Unbekümmertheit als Erfolgsrezept

Für den TuS bedeutet dieser Erfolg nun, dass erstmals in der Vereinsgeschichte die Bayernliga ruft - für den Coach sportlich ein Quantensprung: "Das wird ein sehr hoher Sprung. Gerade in der aktuellen Saison sind viele ambitionierte Mannschaften dabei, die den Anspruch haben, oben mitzuspielen." Das Ziel sei es daher, "unbekümmert und frech" aufzutreten und den eigenen Fußball zu präsentieren.

„Wir wollen weiterhin vorne draufgehen, aber natürlich mit Bezug zur Realität: Am Ende sind wir nämlich in keinem Spiel der Favorit.“ (Trainer Daniel Dittmann)

Denn der war in der Landesliga durchaus attraktiv: 85 Treffer gelangen der Truppe um Torjäger Srdan Ivkovic, der in der regulären Saison allein 30 Mal traf. Addiert man die elf Tore in der Relegation, erzielte die Dittmann-Elf somit beinahe eine dreistellige Ausbeute. Kein Wunder, dass der Coach in Bezug auf eine Umstellung der Spielweise in Richtung mehr Defensive schmunzelt: "Wenn wir das machen, dann zeigen mir unsere Stürmer den Vogel. Wir wollen weiterhin vorne draufgehen, aber natürlich mit Bezug zur Realität: Am Ende sind wir nämlich in keinem Spiel der Favorit."

Dennoch ist die Vorfreude vor dem Auftakt groß. Nach vielen Jahren in der Landesliga freut sich der Verein, endlich mal "hochschnuppern" zu können. Und auch wenn die Wortwahl eher zurückhaltend ist, will der Verein aus dem südlich von München gelegenen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen keineswegs klein beigeben.

Das zeigen unter anderem die Neuzugänge, von denen Alexander Bazdrigiannis (Landsberg) und Edin Hyseni (ehemals Burghausen) bereits Erfahrung in der Bayern- bzw. Regionalliga aufweisen. "Die Jungs bringen viel Frische und neuen Input rein - und machen sich demnach ganz gut. Gleichzeitig kommen sie hier in ein gemachtes Nest", sieht Dittmann den Vorteil der gewachsenen Strukturen im Team vor allem für die Jungspunde Veron Fejzullahi (Jahn Regensburg) und Linus Falck (Unterhaching).

Ersten Bayernliga-Punkt eingetütet

Folglich hatte Dittmann kein Problem, die beiden Youngster bereits zum Auftakt gegen Ismaning in die Partie zu werfen - wenn auch nur für einige Minuten. In denen passierte nichts mehr Entscheidendes und so durfte Geretsried den ersten Punktgewinn in der Bayernliga bejubeln. "Das Ergebnis war gerechtfertigt. Das Spiel hatte verschiedene Phasen, in denen mal wir und mal Ismaning am Drücker waren. Nach dem Ausgleich waren wir allerdings näher dran und hatte noch zwei gute Chancen am Ende", beurteilt der Coach Auftritt Nummer eins in der fünften Liga. Für das Kennenlernen der Spielklasse sei die Partie "ein guter erster Schritt" gewesen, weil gleich klar wurde, dass "es ein anderes Niveau" ist.

Apropos Niveau: Nochmal ein anderes Kaliber als Ismaning dürfte gleich der nächste Gegner sein - schließlich steht bereits am Freitag die Auswärtspartie bei der U 21 des TSV 1860 München an. Die wurde im Vorjahr Vizemeister und zeigte in der Auftaktpartie beim TSV Kottern (4:1), dass man bei der Vergabe der Meisterschaft wohl erneut ein Wörtchen mitreden wird.

„Da wartet ein riesiger Brocken auf uns.“ (Trainer Daniel Dittmann vor dem Spiel gegen 1860 II)

"Da wartet ein riesiger Brocken auf uns. Das sind top ausgebildete Spieler mit hohem technischem Niveau und guter Athletik. Wir dürfen sie keineswegs in den freien Räumen bewegen lassen, sondern müssen mit Leidenschaft und hoher Gier alles dagegensetzen", ist sich Dittmann der großen Herausforderung bewusst.

Gleichzeitig heißt es für die Mannschaft jedoch genießen - schließlich ist die Partie bei den Junglöwen das Highlight schlechthin. "Das haben mir genauso unsere Fans bestätigt", berichtet der Übungsleiter von kollektiver Vorfreude aufs kommende Wochenende. Und wer weiß, was am Ende tatsächlich herausspringt? Aus Erfahrung müssen sich Zweitvertretungen von Profimannschaften aufgrund der großen Umbrüche zum Start zumeist erstmal sammeln - vielleicht kommt der Zeitpunkt des Aufeinandertreffens für den TuS Geretsried daher genau im rechten Moment.