Beim Hessenligisten KSV Baunatal will der SV Wehen Wiesbaden heute Abend (18 Uhr) die nächste Landespokal-Hürde auf dem Weg zur Titelverteidigung nehmen - und das nach turbulenten Tagen. Nach dem 1:2 gegen Aachen hatte sich der Drittligist von Trainer Nils Döring getrennt. Frank Steinmetz und Giuliano Modica schlüpften in die Interimsrolle und bereiten das Team auf die kommenden Aufgaben vor.
"Es ist einiges passiert. Wir haben am Freitagabend leider das Spiel gegen Alemannia Aachen verloren, hatten uns aber schon im Vorfeld entschieden, der Mannschaft am Samstag freizugeben. Mich hat dann am Samstagnachmittag ein Anruf von Uwe Stöver (Geschäftsführer Sport, d. Red.) erreicht, in dem er mitgeteilt hat, dass sich die Gremien dazu entschieden haben, einen Wechsel auf dem Cheftrainerposten durchzuführen", verriet Steinmetz im vereinseigenen Youtube-Kanal.
Sehr emotionaler Abschied von Döring
Ohne Döring, der sich am Sonntag von der Mannschaft verabschiedete, geht es nun also weiter beim SVWW. Der Abschied sei "natürlich sehr emotional gewesen", so Steinmetz. "Danach sind wir aber mit der Mannschaft aufs Feld gegangen und haben trainiert, um die Köpfe bei den Jungs freizubekommen."
Die Landeshauptstädter belegen aktuell mit ausgeglichener Bilanz (4/4/4) den 13. Tabellenplatz, drei Punkte trennen den Klub vor dem sicherlich richtungsweisenden Auswärtsspiel am Samstag beim Vorletzten Havelse von der Abstiegszone.
Der Landespokal zuvor soll jedoch nicht unterschlagen werden. "Für uns hat der Hessenpokal eine sehr große Bedeutung, weil er die Möglichkeit bietet, in den DFB-Pokal einzuziehen", sagte Steinmetz. "Wir hatten letzte Saison wirklich wunderbare Erlebnisse im Landespokal, unter anderem mit dem Endspiel in Frankfurt gegen Hessen Kassel (6:5 i.E., d. Red.)." Der Finalsieg habe dem SVWW schließlich "die Möglichkeit gegeben, im DFB-Pokal gegen Bayern München zu spielen. Das war ein Highlight in der Vereinsgeschichte, nicht nur für die Spieler, auch für die Zuschauer und die Region".
Stritzel parierte gegen Kane
Zur Erinnerung: Der Drittligist schnupperte gegen die großen Bayern bis kurz vor Schluss an einer Sensation, Torhüter Florian Stritzel parierte unter anderem einen Elfmeter von Harry Kane (was sonst nicht vielen Keepern gelingt). Der Torjäger machte in der vierten Minute der Nachspielzeit schließlich aber doch noch den 3:2-Sieg perfekt.
Kurzum ist die Bedeutung des Baunatal-Spiels für die Wiesbadener also sehr groß. "Wir stehen aber auch in der Verantwortung für das, was in den nächsten Tagen passiert. Das ist das, was wir noch beeinflussen können", will Steinmetz den Trainerwechsel jetzt zu den Akten legen. Der ehemalige Nürnberger erwartet einen "körperlich robusten" Gegner, der viel Regionalliga-Erfahrung im Kader hat.
Wiesbaden werde die Partie indes "wie ein normales Ligaspiel angehen". Einer morgendlichen Aktivierung auf dem heimischen Halberg folgen ein paar Ruhestunden im Tageshotel in Baunatal - und nach Anpfiff aus Sicht des SVWW bestenfalls hohes Tempo und aktive Spielgestaltung. Robin Kalem (Leistenprobleme) und Simon Stehle (Fußverletzung) werden dabei nicht mithelfen können.