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"Spiel nach der Szene vorbei": Elversbergs Frust nach Blitz-Platzverweis

kicker

Nach der tollen letzten Saison, die die SV Elversberg bis in die Bundesliga-Relegation führte, hatten nicht wenige den Saarländern nach dem großen Umbruch eine schwierige Spielzeit 2025/26 prognostiziert. Doch die SVE setzte mit ihrem späten Erfolg beim 1. FC Nürnberg am ersten Spieltag direkt mal ein Ausrufezeichen und wollte im ersten Auswärtsspiel beim VfL Bochum für den perfekten Saisonstart sorgen.

Doch obwohl der Bundesligaabsteiger mit einer derben 1:4-Klatsche in Darmstadt bereits unter Druck stand, stellte sich das Unterfangen zweiter Sieg im zweiten Spiel als nicht lösbar heraus. Dass am Ende ein 0:2 aus Sicht der SVE stand, hatte aber nicht nur mit den wenigen Chancen für die Schwarz-Weißen zu tun. Denn bei dem Kartenfestival mit insgesamt 14 Gelben Karten gab es die ersten beiden innerhalb der ersten sechs Minuten - und das unglücklicherweise für denselben Elversberger: Jan Gyamerah.

„Wenn er wirklich keinen Spielraum hatte, dann sind die Regeln nicht gut.“ (Vincent Wagner)

Nachdem die frühe der beiden noch in Ordnung ging, als er nach zwei Minuten Gegenspieler Matus Bero an der Seitenauslinie rustikal abräumte, sah der neue Außenverteidiger und ehemalige Bochumer für ein Handspiel nur vier Minuten später Gelb-Rot - eine harte Entscheidung.

So sahen es auch die Elversberger, für die damit der Plan komplett über den Haufen geworfen wurde. Entsprechend haderte auch Coach Vincent Wagner mit dieser Entscheidung, wollte am Mikrofon von Sky erst gar nichts dazu sagen, bevor er dann loslegte: "Das Spiel ist nach der Szene vorbei. Ein großes Kompliment an meine Truppe, wie lange sie sich dagegen gewehrt hat."

Zwar sei Schiedsrichter Lukas Benen danach zu Wagner gekommen und habe ihm erklärt, dass er keinen Spielraum gehabt hätte, aber auch das konnte der 39-Jährige nicht so wirklich nachvollziehen: "Wenn er wirklich keinen Spielraum hatte, dann sind die Regeln nicht gut."

Auch Bochum kritisiert Linie des Schiedsrichters

In eine ähnliche Kerbe schlug auch sein Kapitän Lukas Pinckert, der den Platzverweis als "sehr, sehr hart" bezeichnete. Klar habe sich das Team anschließend voll reingeworfen, aber "am Ende kriegst du dann solche Kacktore", lautete sein Fazit. Auch Wagner hätte sich mehr spielerische Lösungen trotz Unterzahl gewünscht und "nicht nur lange Bälle". Die beiden Tore von Ibrahima Sissoko und Gerrit Holtmann begruben am Ende Elversbergs Hoffnungen auf sechs Punkte aus zwei Spielen.

Über die Linie des Schiedsrichters beschwerten sich aber nicht nur die Gäste. Auch Bochum musste allein mit neun Gelben Karten höllisch aufpassen, nicht selbst in Unterzahl zu geraten. "14 Gelbe Karten zu verteilen, ist schon viel", sagte der ebenfalls verwarnte Bochum-Coach Dieter Hecking ebenfalls bei Sky. "Wenn das die neue Richtlinie ist, dann können wir uns über viel Farbe im Spiel freuen."

Elversberg reist somit nach hartem Kampf ohne Punkte, aber zumindest leicht erhobenen Hauptes zurück in die Heimat. Am kommenden Sonntag (18 Uhr, LIVE! bei kicker) steht nun erstmal die erste Runde im DFB-Pokal beim SSV Ulm 1846 Fußball an, bevor wieder die 2. Bundesliga winkt. Bis dahin nistet sich die SVE auf Rang 12 im deutschen Unterhaus ein.