Mit klaren und deutlichen Worten wandten sich Torhüter Christian Ortag und Verteidiger Johannes Reichert am Wochenende in einem Brief an den Aufsichtsrat des SSV Ulm 1846 Fußball und machten darin die aussichtslose Lage innerhalb und rund um die Mannschaft des Zweitliga-Absteigers deutlich, dem der abermalige Abstieg in die Regionalliga droht.
Die beiden langjährigen Kapitäne berichteten darin unter anderem von einer "vergifteten" Atmosphäre und flehten das Gremium um Hilfe an. "Handelt jetzt, bevor es zu spät ist", lautete die unmissverständliche Forderung nach unmittelbaren personellen Konsequenzen im Anschluss an das 0:5-Heimdebakel gegen Hansa Rostock, der bereits fünften Liga-Niederlage der Mannschaft von Trainer Moritz Glasbrenner in Serie.
Am Montagabend veröffentlichte der Klub als Reaktion auf den Brief, der große Wellen geschlagen hatte, eine Stellungnahme, unterzeichnet von Vorstand Thomas Oelmayer, Dominik Schwärzel (Aufsichtsratsvorsitzender SSV Ulm 1846 Fussball e.V.) sowie Uli Eitle (Aufsichtsratsvorsitzender SSV Ulm 1846 Fussball GmbH & CO. KGaA).
Darin versichert das Trio zunächst, dass man sich der "aktuellen sportlichen und vereinsinternen Situation sehr bewusst" sei. Die vergangenen Wochen seien von "intensiven Diskussionen und herausfordernden Entwicklungen" geprägt - "sowohl innerhalb des Vereins als auch von außen".
Ärger über Veröffentlichung von Interna
Bezüglich des Schreibens und "auch zu anderen Themen" führe man aktuell zahlreiche Gespräche "mit der Mannschaft, den verantwortlichen Gremien und handelnden Personen", mit dem Ziel, "die Situation sachlich aufzuarbeiten und tragfähige Lösungen zu erarbeiten".
Entsprechend bedauere man, dass zuletzt "vertrauliche Informationen nach außen gelangt sind und so zusätzliche Unruhe entstanden ist". Man sei der Überzeugung, dass vereinsinterne Themen vereinsintern zu behandeln seien, "nur so kann ein Verein handlungsfähig bleiben und im Sinne seiner Mitglieder, Fans und Partner agieren".
Verein informiert "zu gegebener Zeit über die weiteren Schritte"
Man arbeite "entschlossen daran, den Verein wieder zu stabilisieren" und "die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen". Der Verein behalte sich vor, "zu gegebener Zeit über die weiteren Schritte" zu informieren, und bittet darum, "Spekulationen und persönliche Angriffe zu vermeiden".