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Stanway: "Fühle mich schneller, fitter und stärker als jemals zuvor"

kicker

"Es ist echt traurig, dass wir uns mit so etwas beschäftigen müssen. Es ist lächerlich und ekelhaft", fand Englands Trainerin Sarina Wiegman auf der Pressekonferenz vor dem EM-Halbfinale gegen Italien (Dienstag, 21 Uhr, LIVE! bei kicker) klare Worte. "Wenn überhaupt, hat es uns als Team noch enger zusammengebracht", ergänzte Bayern-Akteurin Georgia Stanway. Rassistische Anfeindungen seien generell "etwas, was wir nie verstehen werden".

Carter bereit, zu spielen - auch Williamson wohl fit

Carter, die sich zuletzt rassistischen Anfeindungen ausgesetzt sah, werde trotz der schwierigen Situation dabei sein. Man habe sich bewusst dafür entschieden, das Thema an die Öffentlichkeit zu tragen. "Aber Jess ist eine sehr starke Person und sie will jetzt auch damit abschließen. Sie ist bereit zu performen und wir als Team sind es auch", betonte Wiegman, ehe der Blick auf das Sportliche gerichtet wurde.

Personell kann Wiegman ganz grundsätzlich aus dem Vollen schöpfen - auch Kapitänin Leah Williamson, die im Spiel gegen Schweden verletzt ausgewechselt werden musste und deren Einsatz in der Schwebe stand, scheint bereit zu sein. "Sie hat alles getan, um so schnell wie möglich wieder fit zu werden", so Wiegman. Williamson habe am Montag bereits wieder trainiert. "Wenn sie sich gut erholt, kann sie spielen."

Während die Italienerinnen die Chance haben, erstmals seit 1997 wieder ein EM-Finale zu erreichen, will England zum zweiten Mal in Serie in das Endspiel einziehen - 2022 setzte man sich dort bekanntlich knapp gegen Deutschland durch (2:1 n.V.). Gar zum dritten Mal in Serie kann Wiegman ins Finale einziehen - 2017 war ihr das mit den Niederlanden geglückt.

"Selbstgefälligkeit wäre der größte Fehler, den wir machen könnten"

Nicht nur aufgrund dessen gehen die Lionesses als Favorit in die Partie - auch wenn Wiegman diese Rolle von sich weist. "Es wäre respektlos gegenüber Italien, uns für den Favoriten zu halten. Sie haben es verdientermaßen ins Halbfinale geschafft, und Selbstgefälligkeit wäre der größte Fehler, den wir machen könnten. Ihr habt sie alle gesehen. Wir müssen unser Bestes geben, um das Spiel zu gewinnen."

Auch dass das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams Anfang 2024 mit 5:1 zugunsten Englands ausging, spielt in den Vorbereitungen keine Rolle mehr. "Turniere sind etwas ganz anderes. Wenn du zu einem Turnier kommst, geht es nur um 90 Minuten, in denen du vielleicht nicht die bessere Mannschaft bist, sondern nur darum, wer den Ball im Netz unterbringt", so Stanway, die in jedem der vier Spiele in der Startelf gestanden hat.

Dass die 26-Jährige bislang so eine große Rolle im Turnier einnimmt, war vor einiger Zeit noch nicht abzusehen. Mit einer Knieverletzung hatte sie für die Bayern in der Rückserie keine einzige Minute gespielt - auch die Nominierung war durchaus etwas überraschend gekommen.

"Ich fühle mich gut. Wahrscheinlich sogar besser, als ich mich gefühlt hätte, wenn ich die ganze Saison gespielt hätte", befand Stanway hingegen. "Ich fühle mich schneller, fitter und stärker als jemals zuvor. Ich habe zehn Jahre lang ohne Verletzung Fußball gespielt, also habe ich vielleicht etwas gebraucht."