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Trainer Hasek vor dem Aus: Nedved entschuldigt sich nach Färöer-Blamage

kicker

Das Spiel im regnerischen Torshavn vor knapp 3000 Zuschauern war erst wenige Minuten abgepfiffen, da wusste Ivan Hasek wohl schon, was auf ihn zukommen würde: Es ging um nichts weniger als die Frage, ob er angesichts dieses historischen Ergebnisses als Nationaltrainer zurücktreten sollte. "Ich habe nicht vor, wegzulaufen", stellte der 62-Jährige in einer Medienrunde nach dem Spiel klar. "Ich stehe zu dem, was ich vor Beginn der Qualifikation gesagt habe. Diese Mannschaft hat ein Ziel, nämlich zur Weltmeisterschaft zu kommen."

Überhaupt hat er nach seinem Amtsantritt im Januar 2024 schon Schlimmeres erlebt. "Die fünf Tore in Kroatien (1:5, Anm. d. Red.) oder das Spiel in Georgien vor einem Jahr (1:4, Anm. d. Red.) waren auch nicht schön", betonte der weitgereiste Coach, der in seiner Karriere auf mehreren Kontinenten gearbeitet und unter anderem schon für die Verbände in Gabun und im Libanon tätig war. Fehle seinem Team jedoch "der Mut", die Bereitschaft auch gegen einen unbequemen Gegner die Laufwege zu gehen, und schleiche sich zusätzlich "eine Reihe von Fehlern", wie etwa vor dem entscheidenden 1:2, ein, dann - ja dann - könne er als Trainer zwar wenig ausrichten: "Mal schlägt man eine stärkere Mannschaft, mal verliert man gegen eine schwächere."

Dennoch trage er als Trainer natürlich "die große Verantwortung" und ja, "das Ergebnis und das Spiel waren nicht gut." Hasek bemühte sich gemeinsam mit Kapitän Tomas Soucek um die Erkenntnis, dass sich an der Ausgangslage nicht allzu viel verändert habe. "Ich wiederhole noch einmal, dass die Play-offs praktisch garantiert sind. Wir müssen die Mannschaft nur darauf vorbereiten", forderte Tschechiens Nationaltrainer nach dem Spiel laut iSport - vermutlich allerdings im Wissen, dass eine solche Schmach kaum folgenlos bleiben kann. Und so fügte der frühere Meistertrainer von Sparta Prag an: "Ob es Play-offs mit mir oder ohne mich geben wird, bleibt abzuwarten."

Die Chancen dafür stehen tatsächlich auch nach der peinlichen Schlappe auf den Färöer noch gut. In Gruppe L bleiben die Tschechen auf dem zweiten Platz, einen Punkt vor der 55.000-Einwohner-Inselgruppe. Selbst wenn die Färinger einen (wohl noch weitaus) größeren Coup nachlegen und in Kroatien punkten sollten - dass Tschechien im abschließenden Heimspiel gegen Gibraltar noch einmal ausrutscht, glauben nicht einmal die größten Pessimisten.

Nedved erscheint nicht im TV und verbreitet dann ein Statement

Und doch gilt Hasek längst nicht mehr als unumstritten. Der ehemalige Profi ist seit der 1:5-Klatsche in Kroatien im vergangenen Juni angezählt. Dass sich auch die Kroaten in Torshavn kürzlich erst äußerst schwergetan hatten und dank Hoffenheims Andrej Kramaric nur ein knappes 1:0 mitnahmen, dürfte ihm wohl genauso wenig helfen, wie sein Verweis genau darauf: "Ich weiß nicht, ob Sie die Spiele hier gegen andere Gegner gesehen haben. Ich habe sie alle gesehen, und die anderen hatten auch große Probleme. Einige haben es geschafft, wir leider nicht." Schon im Hinspiel war sein Team an einer dicken Überraschung gerade so vorbeigeschlittert, weil Patrik Schick erst kurz vor Schluss das 2:1-Siegtor gegen tapfere Färinger erzielt hatte.

Am Sonntag blieb ihnen sogar ein Punktgewinn verwehrt. "Ich entscheide nicht darüber, aber mein Ende ist möglich", räumte Hasek ein - das obliegt wohl Verbandschef und Nationalidol Pavel Nedved. Den habe er nach dem Spiel kurz gesehen, nicht jedoch gesprochen.

Nedved erschien laut tschechischen Medien gar nicht erst zu einem vereinbarten TV-Interview nach dem Schlusspfiff. Erst später am Abend ließ er ein Statement über den offiziellen Verbandskanal verbreiten: "Ich entschuldige mich bei allen Fans für die heutige Leistung der Nationalmannschaft auf den Färöer", heißt es darin vom ehemaligen Weltklassespieler. "Die 1:2-Niederlage und die Leistung in einem wichtigen Spiel der WM-Qualifikation waren inakzeptabel. Ich bin sehr enttäuscht von der Herangehensweise, dem Engagement und der Organisation des Spiels", so Nedved, und weiter: "Wir werden die Situation nach unserer Rückkehr nach Tschechien bewerten."