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Trainerwechsel in Idar-Oberstein: Zweimaliger Deutscher Meister Reich folgt auf Kakala

kicker

Ex-Profi Tomasz Kakala ist nicht mehr Trainer des SC Idar-Oberstein. Nach der 1:5-Niederlage beim FV Diefflen am 1. Oktober kam es zur Trennung zwischen dem Oberligisten und seinem langjährigen Coach - schon am vergangenen Wochenende saß Marco Reich auf der Bank des Vorletzten, der nach elf Partien erst sechs Punkte auf dem Konto hat. Nach dem 1:0-Erfolg beim FV Eppelborn am vierten Spieltag setzte es ausschließlich Niederlagen.

"Es gab eine gewisse Dysbalance. Wir haben versucht, das durch verschiedene Maßnahmen auszugleichen. Aber es hat sich leider nicht korrigieren lassen", erklärt Christian Schwinn. Gemeinsam mit Kakala lief der heutige Sportvorstand einst für Idar-Oberstein auf: "Wir kennen uns seit 25 Jahren. Natürlich nimmt man so etwas mit nach Hause, das macht etwas mit einem. Aber letzten Endes ist das als Entscheider so."

Große Wertschätzung

Dennoch sei die gegenseitige Wertschätzung groß - durchaus denkbar sei es, dass Kakala künftig in anderen Funktionen weiter für den Verein aus dem Landkreis Birkenfeld tätig werde. 1999 kam der ehemalige Zweitligaakteur (KFC Uerdingen) nach Idar-Oberstein. "Tomasz war schon als Spieler ein Gewinn für uns. Ich habe ihn in verschiedenen Funktionen erlebt, er hat immer sehr engagiert gearbeitet. Wir sind sehr dankbar für alles, was er für den Verein geleistet hat", betont Schwinn. Unter anderem führte Kakala das Team um Torjäger Florian Zimmer 2024 zur Verbandsliga-Meisterschaft; ein Jahr später glückte der Klassenerhalt in der Oberliga.

Diesen soll nun ein zweifacher Deutscher Meister sichern. Sowohl mit dem 1. FC Kaiserslautern (1998) als auch mit Werder Bremen (2004) holte Marco Reich den Titel. Der ehemalige Nationalspieler - beim 3:3 gegen Kolumbien absolvierte der Offensivmann 1999 ein Länderspiel - war Teil jener legendären Mannschaft, die mit dem FCK als Aufsteiger die Schale holte. Aufgrund seiner Vita und Erfahrung sei er der richtige Mann, sagt Schwinn: "Wir erwarten neue Impulse, die das Team braucht, um in die Erfolgsspur zurückzukommen."

„Ich habe meinen Anteil an der aktuellen Situation und nehme mich nicht aus der Verantwortung.“ (Marco Reich)

Und schließlich ist Reich hier alles andere als ein Unbekannter. Von 2023 bis 2025 trainierte er die U 17. Seit diesem Sommer fungiert er als Sportlicher Leiter - und zeigt sich durchaus selbstkritisch: "Ich habe meinen Anteil an der aktuellen Situation und nehme mich nicht aus der Verantwortung."

Optimistisch stimmt den neuen SC-Coach indes sein Eindruck von der Mannschaft: "Sie ist intakt. Das Potenzial ist absolut vorhanden, davon bin ich überzeugt. Das Hauptproblem sind die Köpfe. Wir versuchen, uns über kleine Erfolgserlebnisse wieder nach vorn zu bringen."

Reich, der seine Laufbahn 2012 beim Villacher SV in Österreich beendete, kann dabei weiter auf Assistent Christian Henn, Torwarttrainer Holger Strack sowie Athletik-Coach Christian Heidrich bauen. Geplant ist, dass er den ehemaligen Regionalligisten nun bis zum Saisonende trainiert.

Defensive stabilisieren - Punktekonto aufstocken

Nach dem Debüt gegen den FC Emmelshausen-Karbach (1:3) wird Reich am Wochenende sein zweites Spiel als Cheftrainer absolvieren. Wenn sein Team den SV Auersmacher empfängt (Samstag, 15 Uhr), soll endlich wieder gepunktet werden. "Das wird ein harter Gegner. Wir werden aber alles daransetzen, den Bock umzustoßen und ein Erfolgserlebnis zu haben", betont der 47-Jährige.

Während er vor der Saison insgeheim auf einen einstelligen Tabellenplatz gehofft habe, gehe es aktuell darum, sich zu stabilisieren sowie möglichst viele Zähler bis zur Winterpause zu holen. Eine Voraussetzung dafür: Die Anzahl der Gegentore kann minimiert werden. In den bisherigen elf Partien musste Idar-Oberstein schon deren 37 hinnehmen - kein Team in der Liga kassierte bislang mehr.