Bei der Auslosung der ersten Qualifikationsrunden in der Conference League war der FC DAC Dunajska Streda noch im Lostopf gewesen, Ende Juli sollte er demnach auf den Sieger des Duells zwischen dem FC Urartu Erewan (Armenien) und Njoman Hrodna (Belarus) treffen. Doch daraus wird nichts.
Wie die UEFA am Montag bekanntgab, wurde Dunajska Streda aus der bevorstehenden Saison in der Conference League ausgeschlossen. Der Klub, der in der vergangenen Spielzeit Tabellenvierter in der Slowakei wurde und sich anschließend in den heimischen Play-offs zur Conference League durchsetzte, hat demnach gegen die Multi-Club-Ownership-Regelung des europäischen Verbandes verstoßen.
Dunajska Streda darf nicht starten, Györi ETO schon
Dunajska Streda, im Vorjahr in der zweiten Qualifikationsrunde gescheitert, ist nämlich ebenso im Besitz des slowakischen Geschäftsmannes Oszkar Vilagi wie der ungarische Erstligist Györi ETO FC, der sich ebenfalls für die Conference League qualifiziert hat. Und laut UEFA-Regeln ist es aus Gründen der sportlichen Integrität untersagt, dass zwei oder mehrere von einer Institution kontrollierte Klubs im gleichen Wettbewerb antreten.
Den Kürzeren zieht dabei von den betroffenen Klubs derjenige, der in der heimischen Liga schlechter abgeschnitten hat. Sollte das nicht eindeutig sein - Dunajska Streda und Györi ETO wurden beide Vierter -, entscheidet die Platzierung des jeweiligen Verbands im UEFA-Ranking, wo Ungarn vor der Slowakei liegt.
Im vergangenen Jahr hatten Manchester City und der FC Girona mithilfe einer Blind-Trust-Aktion noch jeweils eine Starterlaubnis für die Champions League erhalten, seit diesem Jahr muss eine Entflechtung zwischen den Klubs aber bereits zum 1. März stattgefunden haben. Das war bereits dem irischen Pokalsieger Drogheda United zum Verhängnis geworden, der seinen Platz in der Conference League verlor. Er ist ebenso in der Hand der Trivela Group wie der dänische Conference-League-Teilnehmer Silkeborg IF.
Lyon/Palace-Entscheidung vertagt, doch die Zeit drängt
Weiterhin offen ist, ob FA-Cup-Sieger Crystal Palace 2025/26 in der Europa League teilnehmen darf. Der Klub von Trainer Oliver Glasner musste zunächst mit einem Ausschluss rechnen, weil Co-Eigentümer John Textor beim für die Europa League qualifizierten Ligue-1-Vertrer Olympique Lyon die Mehrheit hat (bis zu diesem Montag zumindest). Doch mit dem angeordneten Zwangsabstieg Lyons öffnete sich eine neue Tür für Palace, aus dessen Anteilshabern Textor parallel auszuscheiden versucht.
Ein Urteil im Fall Lyon/Palace werde zunächst verschoben, teilte die UEFA mit, betonte aber, dass Lyon bereits einem Europapokal-Ausschluss zugestimmt habe, sollten die französischen Behörden den Zwangsabstieg bestätigen. Die Zeit drängt, schließlich müssen die Plätze der ausgeschlossenen Teams rechtzeitig neu vergeben werden. Sollte Palace im Europapokal fehlen, würde etwa Nottingham Forest nachrücken, Lyons Platz ginge an Racing Straßburg.