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"Und das bei meinem 450-Euro-Job": Koschinat wechselt sich arm

kicker

Immer im Spiel gewesen, über weite Strecke Kontrolle gehabt, aber nicht so wirklich gefährlich geworden. In etwa so ließ der Essener Vortrag im Saarbrücker Ludwigspark sich zusammenfassen, ehe die Gäste in einer wilden Schlussphase doch noch den Turnaround schafften und einen 3:2-Erfolg einfuhren.

Großen Anteil daran hatten gleich drei Joker: Ahmet Arslan stellte vom Punkt auf 2:2 und leitete zudem den Konter zum Siegtreffer ein, den mit Vorlagengeber Marvin Obuz und Matchwinner Franci Bouebari zwei weitere eingewechselte Essener vollendeten. Womit Trainer Uwe Koschinat wahrlich ein goldenes Händchen bewies - sich aber nicht selbst loben wollte.

"Es ist eine Floskel, der sich jeder Trainer bedient, aber eine gute Mannschaft besteht nicht aus elf Spielern, sondern einem großen Kader", machte er bei MagentaSport stattdessen seinem Team ein Kompliment und schob nach: "Das ist der Beweis: Zwei Spieler, die den Anspruch haben, viel mehr Spielminuten zu haben oder von Anfang an zu spielen, haben einen Hals auf mich - was total berechtigt ist -, tragen das aber nicht in die Gruppe, sondern entscheiden heute das Spiel."

„Er war da etwas verkopft. Da kann es auch helfen, ein Spiel erstmal zu beobachten.“ (Uwe Koschinat über Ahmet Arslans Jokerrolle)

Gemeint waren damit Bouebari und Corboz, wobei Koschinats zweite Beschreibung ebenso auf Arslan zutraf. Diesen zunächst auf der Bank zu lassen, sei für seinen Coach eine schwere Entscheidung gewesen, die sich letztlich jedoch auszahlte. "Sein Problem ist schlichtweg gewesen, dass wir ihn in den letzten Wochen kaum in eine Schussposition gebracht haben. Er war da etwas verkopft. Da kann es auch helfen, ein Spiel erstmal zu beobachten. Heute zumindest war es spielentscheidend", blickte der 54-Jährige auf den Treffer seines Vizekapitäns zurück, der die späte Wende einläutete.

Koschinat behält recht und muss blechen

Arslan selbst schlug nach dem Auswärtssieg in dieselbe Kerbe. Die in den letzten Wochen fehlende Leichtigkeit habe Koschinat ihm zurückbringen wollen - ein erfolgreiches Unterfangen: "Das hat man heute gesehen. Ich habe in 20 Minuten vielleicht mehr Aktionen gehabt als letzte Woche in 60. Das wollt er damit erreichen und das hat er geschafft." Weshalb der Routinier auch keinerlei Groll gegen die Jokerrolle gehegt habe: "Da ist man als Spieler nicht sauer, sondern nimmt die Situation so an und versucht, es gut umzusetzen."

Möglicherweise hatte Arslan bei dieser Einschätzung auch schon im Hinterkopf, dass sich auf der Rückfahrt nach Essen ein eingeführter Brauch wiederholen würde. "Er muss auf jeden Fall wieder ausgeben", zielte er auf Koschinat ab, der scherzend verriet, dass nach jedem Auswärtssieg "irgendwann ein Zwischenstopp gemacht wird und alles auf die Karte des Trainers geht. Und das bei meinem 450-Euro-Job - das ist hart."