Im Zuge einer brutalen Kabinenschlägerei mit etlichen Schlagzeilen im Anschluss war Adrien Rabiot vor Wochen von seinem Stammverein Olympique Marseille, wo der Franzose erst vergangenes Jahr hingewechselt und jüngst von Trainer Roberto De Zerbi auch zum Kapitän ernannt worden war, quasi ausgeschlossen und auf den Transfermarkt gesetzt worden.
"Was geschehen ist, war extrem schwerwiegend und gewaltsam und etwas, das ich noch nie erlebt habe", hatte OM-Präsident Pablo Longoria diesbezüglich in einem AFP-Interview gesagt. "Als Klub sind wir das Opfer. Von solch einem Kampf hat man im Fußball noch nie gehört."
Mailand statt Turin
In der Folge soll Rabiot sich selbst bei Juventus angeboten haben, schließlich war der Nationalspieler dort zwischen 2019 und 2024 absolute Führungskraft gewesen. Ein Deal mit der Alten Dame kam bis zum Transferschluss an diesem Montag aber nicht zustande.
Stattdessen sicherte sich die AC Mailand die Dienste des technisch versierten Mittelfeldmannes, der als Bindeglied zwischen Abwehr und Sturm fortan unter anderem an der Seite von Oldie Luka Modric fungieren wird. Preis laut Berichten: zehn Millionen Euro plus Boni.
Freuen darf sich Rabiot außerdem auf Massimiliano Allegri. Der aktuelle Milan-Coach hatte ihn schließlich jahrelang schon bei Juve gecoacht.
Die Rossoneri statteten Rabiot, der trotz der Rauferei-Schlagzeilen von seinem Nationaltrainer Didier Deschamps für die kommenden Aufgaben in der WM-Qualifikation nominiert worden war, mit einem Vertrag bis 30. Juni 2028 aus.
Im Mittelfeld der Lombarden, die nicht für einen europäischen Wettbewerb qualifiziert sind, soll der neue Mann unter anderem auch dabei helfen, die Lücke nach dem Abgang von Führungsspieler Tijjani Reijnders (Manchester City) zu füllen. Dafür bringt der sechsmalige Meisterspieler (fünfmal mit Paris Saint-Germain, einmal mit Juventus) unter anderem die Erfahrung aus 193 Ligue-1- (23 Tore) und 157 Serie-A-Einsätzen (18 Treffer) mit.
Zwei Wiedersehen wird es geben
Durchaus pikant: Der englische U-21-Nationalspieler Jonathan Rowe, mit dem sich Rabiot in der Kabine geprügelt hatte, war im Zuge dieses Skandals von Marseille ebenfalls auf dem Markt angeboten und schließlich ebenfalls nach Italien zu Pokalsieger Bologna geschickt worden. Somit werden sich die beiden Raufbolde in dieser Saison 2025/26 noch mindestens zweimal mit ihren neuen Teams gegenüberstehen.