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"Unwritten": Italien will sich nicht mit Halbfinale zufriedengeben

kicker

Was Wolfgang Petry für die DFB-Frauen ist, ist die britische Sängerin Natasha Bedingfield für die Italienerinnen. Insbesondere der Hit "Unwritten" begleitet die Azzurre durch das Turnier. "Today is where your book begins, the rest is still unwritten ...", singen die Italienerinnen bei jeder Gelegenheit. Im Training, nach ihren Siegen. Übersetzt: "Heute beginnt dein Buch, der Rest ist noch ungeschrieben."

Das berühmte Lied ist quasi zum Soundtrack der Erfolge der italienischen Frauen-Nationalmannschaft geworden. Erstmals seit 1997 stehen die Azzurre wieder in einem EM-Halbfinale, Gegner am Dienstag (21 Uhr) in Genf ist England. "Sie sind die Titelverteidigerinnen, wir haben großen Respekt vor ihnen, weil sie Spielerinnen haben, die das Spiel entscheiden können, wenn sie nur möchten. Aber jetzt sind wir so weit gekommen - wir wollen weiter daran glauben und hier nicht aufhören", sagte Kapitänin Cristiana Girelli, die mit ihrem Doppelpack gegen Norwegen den Einzug ins Halbfinale erst ermöglicht hatte.

"Wir möchten uns nicht mit dem zufriedengeben, was wir erreicht haben", ergänzte die erfahrene Stürmerin von Juventus Turin. "Wir werden das Spiel bis ins letzte Detail vorbereiten, wie wir es immer tun - und wir müssen daran glauben, dass es weitergehen wird."

Einen Schlüssel zum Erfolg sieht die 35-Jährige in Trainer Andrea Soncin. "Unser Glaube, gegen jedes Team bestehen zu können, ist groß. Er sagt uns immer, dass wir mutig sein und wirklich Fußball spielen sollen, weil wir die Qualität dazu haben. Und das zeigen ja auch unsere Leistungen und die Ergebnisse", meinte Girelli.

Zweite Heimat Weggis

Ganz viel Zuspruch erhalten die Italienerinnen auch von den Menschen in Weggis, wo das Team seine Zelte aufgeschlagen hat. Der Ort am Vierwaldstättersee ist für die Azzurre "zur zweiten Heimat geworden", heißt es vom italienischen Verband. Jede Trainingseinheit auf dem Gelände des Weggiser Sportclub WSC ermögliche "Energie und gute Stimmung für den nächsten Termin zu speichern", sagte Torhüterin Laura Giuliani. "Wer auch immer dort auf der Tribüne sitzt, ist wichtig für uns, all diese Zuneigung berührt unsere Herzen."

Aufmerksamkeit soll nachhaltig bestehen bleiben

Giuliani und Girelli wünschen sich, dass die Aufmerksamkeit für den Frauenfußball auch in ihrer Heimat über das Turnierende hinaus anhalten und für einen Schub sorgen wird. Dass das Interesse deutlich ausbaufähig ist, zeigt etwa La Gazzetta dello Sport als ein führendes Sportmedium in Italien: Auf der Website der Tageszeitung muss man schon lange suchen, ehe man Inhalte zur Frauen-EM findet. Auch in diesem Punkt ist die Story noch "unwritten".