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Es geht um 2,5 Millionen Euro: VfB muss Finaltrikot kurzfristig ändern

kicker

Probleme mit Hauptsponsor

Als "Must-have" für alle Fans preist der VfB Stuttgart das Trikot an, das er eigens für das DFB-Pokal-Finale gegen Arminia Bielefeld an diesem Samstag (20 Uhr, LIVE! bei kicker) herausgebracht hat. Doch so, wie man es im Shop erwerben kann, wird es gar nicht aussehen, wenn die Mannschaft im Berliner Olympiastadion einläuft.

Am Samstagvormittag informierte der VfB darüber, dass kurzfristig nicht der Schriftzug von Winamax, sondern jener der LBBW die Trikotbrust zieren wird. Eigentlich beerbt die Landesbank Baden-Württemberg erst zur neuen Saison den Sportwettenanbieter Winamax als Hauptsponsor. Warum es zu dieser Änderung kommt, deuten die Stuttgarter in ihrer Mitteilung bestenfalls an.

Winamax - dessen Name an keiner Stelle genannt wird - werde "aus vertraglichen Gründen" nicht gezeigt, was "aus unternehmerischer Sicht erforderlich" gewesen sei, heißt es lediglich. Man habe sich "eine andere, wertschätzende Form des Ausklangs des bestehenden Trikotsponsorings gewünscht". Klar ist: Die VfB-Verantwortlichen sind in dieser Angelegenheit nicht gut auf das Pariser Unternehmen zu sprechen.

Beim VfB rechnet man mit einem Rechtsstreit

Der Hintergrund: Winamax ist offenbar bereits seit geraumer Zeit eine Tranche schuldig geblieben, nach kicker-Informationen handelt es sich um 2,5 Millionen Euro. Der VfB drohte dem Wettanbieter damit, ihm bei Nichtzahlung von der Brust für das Finaltrikot zu nehmen. Eine Ansage, die bei den Franzosen offenbar nicht verfing. Vergangene Woche dann konkretisierten sich Gespräche, wonach die LBBW für das Saisonhighlight in Berlin einspringen würde - wie nun vollzogen.

Bei den Schwaben rechnet man in der Folge mit einem Rechtsstreit. Würde aufgrund der Tauschaktion die von Winamax ausstehende Zahlung juristisch gemindert, soll dem Vernehmen nach die LBBW dieses Delta übernehmen, von einem sechsstelligen Betrag ist auszugehen. Winamax' Vertrag sah eine Saisonzahlung von acht Millionen Euro vor, der Kontrakt mit der LBBW liegt nach kicker-Recherchen bei 8,5 Millionen Euro pro Spielzeit und kann mit erfolgsabhängigen Boni sogar in den zweistelligen Millionenbereich wachsen. Kurios: Auch Ärmelsponsor hep-Solar war im Laufe der nun zu Ende gehenden Spielzeit Zahlungen gegenüber dem VfB schuldig geblieben, diese sind allerdings mittlerweile von dem Solarparkentwickler kompensiert worden.

VfB will sich bei betroffenen Fans "erkenntlich zeigen"

Für VfB-Fans, die das Finaltrikot in seiner ursprünglichen Form bereits erworben haben, ist die Änderung bitter: Sie haben 110 Euro (Mitglieder: 104,50 Euro) für ein Jersey bezahlt, das der Klub bei keinem Spiel tragen wird. Der Verein verspricht eine Kompensation. "Das lassen wir nicht so stehen: Wir werden in der kommenden Woche alle Trikotkäufer kontaktieren und uns bei Ihnen erkenntlich zeigen", erklärt Rouven Kasper, Vorstand Marketing und Vertrieb. "Wir danken unseren Fans für das Verständnis und vor allem der LBBW für die kurzfristige Bereitschaft, für dieses historische Spiel schon einzuspringen."

Die LBBW ist seit dieser Saison bereits Exklusiv-Partner beim VfB und außerdem als Sponsor in der zweiten Mannschaft und im Nachwuchsbereich tätig. Schon seit Sommer 2024 war klar, dass die einst bis 2026 vereinbarte und von vielen Fans kritisch gesehene Partnerschaft mit Winamax vorzeitig enden würde - allerdings sollte das erst nach dem DFB-Pokal-Finale geschehen.