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Vier Doppelpacks in elf Tagen: 18-jähriger Onyeka schreibt VfL-Geschichte

kicker

Wenn einem 18-Jährigen in der 2. Bundesliga ein Doppelpack gelingt, ist dies in den meisten Fällen per se bereits eine spezielle Erwähnung wert. Was aber, wenn diesem 18-Jährigen innerhalb der zehn vorherigen Tage bereits dreimal ebenjenes Kunststück gelungen war?

Genau dieser Umstand trifft auf Francis Onyeka zu, der am Samstagabend mit zwei Treffern entscheidenden Anteil am Debütsieg von Uwe Rösler beim VfL Bochum hatte. Im Gegensatz zu einigen Teamkameraden war dem Youngster in der Länderspielpause nur eine kurze Kennenlernphase mit Bochums neuem Cheftrainer vergönnt gewesen, schließlich hatte Onyeka die deutsche U 19 in gleich drei EM-Qualispielen aufs Feld geführt. Seine persönliche Bilanz: je ein Doppelpack beim 7:0 gegen Armenien, 5:0 gegen Kosovo und 2:1 gegen Norwegen.

Auch aufgrund der hohen Belastung hatte Rösler erst einmal sicherstellen müssen, ob der Leihspieler von Bayer Leverkusen überhaupt für einen Startelfeinsatz gegen Hertha BSC infrage kommt. "Er hat mich ein bisschen zappeln lassen, aber gestern wusste ich endlich, dass ich spiele", erklärte Onyeka nach dem wichtigen 3:2-Erfolg, dem ersten seit August, bei Sky.

Da dem VfL im gelbgesperrten Cajetan Lenz ein weiterer Mittelfeldspieler nicht zur Verfügung gestanden hatte, ist Rösler schließlich das "Risiko eingegangen", Onyeka zum dritten Mal in dieser Saison in die Bochumer Anfangsformation zu berufen. "Er hat das sich selber, mir und der Mannschaft zurückgezahlt" - und zugleich auch noch VfL-Geschichte geschrieben: Im Alter von 18 Jahren und 172 Tagen ist Onyeka der jüngste Bochumer, der mehrfach traf. Er löste damit Kai Michalke ab (19 Jahre, 212 Tage), der am 14. Spieltag 1995/96 beim 4:0 in Jena einen Doppelpack geschnürt hatte.

„Wir haben heute einen ganz kleinen Schritt gemacht.“ (Uwe Rösler)

Auch Rösler konnte vor der Leistung seines jungen Schützlings nur den Hut ziehen, erkor ihn zudem neben Torhüter Timo Horn als einen der "zwei Matchwinner" aus: "Er hat drei Spiele gemacht, aber die volle Distanz, die volle Intensität durchgestanden - Hut ab", so der 56-Jährige.

Doch nicht nur Horn und Onyeka, sondern generell all seinen Spielern musste Rösler im Anschluss ein "ganz großes Kompliment" aussprechen. Mit all seiner Erfahrung stellte er im Anschluss jedoch klar: "Wir haben heute einen ganz kleinen Schritt gemacht und haben keinen Grund, uns zurückzulehnen." Am nächsten Samstag geht es für die Bochumer bekanntlich mit einem Auswärtsspiel in Kiel weiter (13 Uhr, LIVE! bei kicker).

Wird das Siegerfoto zur Tradition?

Unmittelbar nach dem Abpfiff am Samstagabend ließ sich Rösler die Gelegenheit dennoch nicht nehmen, sein Team zum gemeinsamen Siegerfoto vor der Fankurve zusammenzutrommeln: "Die Idee kam von mir. Und das war vor unseren Fans, denn es geht nur zusammen. Das wollte ich auch so dokumentieren."

Zu einer Tradition soll das Ganze allerdings nicht werden, schließlich hofft der VfL-Trainer doch, dass "in Zukunft ein bisschen öfter" gewonnen wird. "Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist es unheimlich wichtig, dass wir uns als Einheit finden." Eine Einheit, wie sie Fans und Mannschaft nicht nur nach, sondern auch während der 90 Minuten verkörperten.