Sandro Wagner ist bereit und sehr gut vorbereitet für sein erstes Pflichtspiel als Trainer des FC Augsburg, so viel Erkenntnis brachte die gut halbstündige Pressekonferenz vor dem Pokalspiel beim Halleschen FC (Sonntag, 18 Uhr, LIVE! bei kicker), dem Tabellenführer der Regionalliga Nordost. Schon vier Minuten vor dem offiziellen Beginn saß er auf dem Podium.
Der 37-Jährige ließ die Vorbereitung Revue passieren, in der es in der vergangenen Woche bereits sehr im Detail um Halle gegangen sei. "Es wäre doof von mir, alles preiszugeben", wollte er zum Gegner zunächst nicht viel sagen, gab dann aber doch einen Einblick: "Die Mannschaft spielt für einen Regionalligisten sehr ballorientiert, dominant und mutig in der Restverteidigung. Für mich sind viele Regionalligaspieler verkappte Bundesligaspieler, die nur vielleicht keinen Förderer oder nicht den nötigen Hunger hatten oder von Verletzungen gebremst wurden."
Wagner trainierte selbst schon in der Regionalliga als Chef bei der SpVgg Unterhaching. "Für Halle ist es kein Vorteil, dass sie auf einen Trainer treffen, der die Regionalliga kennt", sagte er und attestierte der Regionalliga Nordost "eine hohe Qualität. Für mich ist das eigentlich ein Drittligateam, das sind Drittligaspieler."
Claude-Maurice wird nicht rechtzeitig fit
Der FC Augsburg ist der Bundesligist, er will und muss diese Hürde nehmen. "Der FC Augsburg ist zuletzt häufig in der ersten oder zweiten Runde ausgeschieden, letzte Saison im Viertelfinale. Der Wettbewerb bietet eine tolle Möglichkeit, mit wenigen Spielen viel zu erreichen", skizzierte Wagner die Herangehensweise des FCA, vom Titel wollte er nicht sprechen, nicht so vermessen sein.
Dabei ist Wagner kein Freund der Torwartrotation im Pokal. Heißt: Finn Dahmen spielt, die Nummer 2, Nediljko Labrovic, sitzt auch in Halle auf der Bank. Generell spiele immer die bestmögliche Elf für eine Partie. Das erhöht die Chance für Angreifer Samuel Essende, der in der Bundesliga an den ersten drei Spieltagen rotgesperrt fehlen wird.
Stichwort fehlen: Für Alexis Claude-Maurice kommt Halle zu früh, er verletzte sich vor zwei Wochen im Testspiel gegen Crystal Palace am Fuß, ist nicht schmerzfrei. Dafür meldete sich Kapitän Jeff Gouweleeuw trotz Handbruchs und folgender Operation einsatzfähig. Zu guter Letzt outete sich Wagner als Fan der Atmosphäre in ostdeutschen Stadien, "die ist saugeil. Ich weiß, dass ich am Sonntag nicht mit Kumpels in einen Freizeitpark fahre und uns viel abverlangt wird."
Spielt sein Team so kreativ, wie seine Antworten mitunter ausfallen, muss ihm nicht bange sein.