Der LASK hat am Sonntag einen Achtungserfolg gefeiert und beim Kühbauer-Debüt drei Punkte aus Wien-Hütteldorf entführt. Die Stimmung könnte in den beiden Lagern nun kaum unterschiedlicher sein. Während die Rapid-Fans die Darbietung der Gastgeber mit einem gellenden Pfeifkonzert quittierten, waren die Gäste in Feierlaune. "Das war die beste Leistung der Saison", schilderte Torschütze Samuel Adeniran bei Sky und gab einen Einblick in die Feierlichkeiten in der Kabine: "Es wurde viel geschrien." Wer denn der Lauteste war? "Vielleicht der Trainer, vielleicht Moses Usor", lacht Adeniran.
Rapid hingegen war die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Vor allem die Defensive ist in den letzten Wochen kaum wiederzuerkennen. Löchrig, fehleranfällig. Jannes Horn meinte: "Am Anfang der Saison standen wir viel kompakter. Ich kann es mir auch nicht erklären, ich bin auch ein wenig sprachlos." Fakt sei für ihn, dass zwar jeder "Bock auf das Spiel hatte", aber aktuell einfach nichts zusammenläuft. "Wir alleine sind dran schuld. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen."
Bestes Beispiel, dass nichts, aber auch gar nichts, gelingt, ist der verschossene Mbuyi-Elfer in der Nachspielzeit. Lukas Jungwirth tauchte in die richtige Ecke ab und parierte den schwach getretenen Strafstoß. Der gefeierte Held konnte sein Glück kaum fassen: "Ich war mir diesmal leider gar nicht sicher und hab spekuliert. Ich habe meinem Gefühl vertraut und bin sehr froh, dass das diesmal geklappt hat."
Kühbauer: "Perfekter Tag"
Im Mittelpunkt stand - wenn auch ungewollt - Neo-Trainer Kühbauer. Ausgerechnet bei Rapid führte er die Linzer zurück in die Erfolgsspur. Nach dem Spiel betonte er einmal mehr, es gehe nicht um seine Person, sondern vielmehr um den Klub. "Und für den LASK war es ein perfekter Tag". Mehr aber auch nicht. Denn Kühbauer führte weiter aus: "Es bedeutet nicht, dass es ein Selbstläufer für die nächsten Wochen ist."
„Am liebsten hätte ich fünf (Wechsel, Anm.) gemacht.“ (Rapid-Trainer Peter Stöger über personelle Veränderungen in der Halbzeitpause)
Der Fakt, dass er aufgrund der vielen Nationalitäten in der Kabine seine Ansprachen in Englisch abhalten müsse, sei kein Problem. "Das war mir bewussst, wenn ich zum LASK gehe." Den ein oder anderen Fehler müsse man ihm gerade zu Beginn noch nachsehen. "In einem Monat sitzt das aber zu 100 Prozent."
Stöger: "Haben einige Baustellen"
Sauer und auch ein Stück weit ratlos präsentierte sich Rapid-Trainer Peter Stöger. Seine Mannschaft blieb zum ersten Mal seit zwei Monaten ohne eigenen Torerfolg und kassierte die vierte Niederlage in Serie. "Wir haben einige Baustellen", seufzte der 59-Jährige.
Wie sauer er zur Pause war, zeigte auch sein Dreifachtausch. "Am liebsten hätte ich fünf (Wechsel, Anm.) gemacht." Wechsel vier und fünf zog er dann aber erst in Durchgang zwei. Die Gründe für die neuerliche Niederlage sieht Stöger vor allem in der defensive Instabilität. "Wir haben die Torchancen total einfach und billig zugelassen. Wir sind total unzufrieden."
Die nächste Chance auf den Turnaround hat Rapid bereits in wenigen Tagen, wenngleich eine Mammutaufgabe auf die Grün-Weißen wartet. Am Donnerstag (18.45 Uhr, LIVE! bei kicker) gastiert die AC Florenz im Allianz Stadion. In der Bundesliga trifft man dann am Sonntag auswärts auf Ried, der LASK trifft einen Tag früher zuhause auf Schlusslicht GAK.