Durch das 2:1 vor der Winterpause gegen Hannover kletterte der 1. FC Nürnberg auf Platz 8, erlebte somit ruhige Weihnachten, nachdem der Saisonstart noch maximal schiefgelaufen war. Der Club hat sich während der Hinrunde stabilisiert, wichtige Punkte eingefahren, dieser achte Platz ist aber trügerisch. Die Franken haben elf Punkte Rückstand auf Rang 3, aber nur fünf Zähler Vorsprung auf Platz 16. 22 Punkte hat der FCN bisher geholt, bei einem Torverhältnis von 19:23 - in der Drei-Punkte-Ära hatte ein Tabellenachter nach der Hinrunde noch nie eine so schwache Bilanz.
Umso wichtiger ist es also, dass der Club diesmal besser aus den Startlöchern kommt. Zum Rückrundenauftakt wartet aber ein hartes Programm. Am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) wartet die SV Elversberg, dann geht es nach Darmstadt. Trainer Miroslav Klose erwartet ein Duell zweier variabler Teams, "wenn es bei beiden so aufgeht, wie man sich es wünscht, wird es sehenswert", so der Club-Coach am Donnerstag auf der Pressekonferenz.
Es wird zudem das Duell der zweitschwächsten mit der besten Offensive der Liga, Elversberg (31 Tore) traf in der Hinrunde elfmal mehr als der Club. Die SVE hat mit Younes Ebnoutalib jedoch ihren 13-Scorer-Mann verloren, eine klare Schwächung. Neu im Winter kam David Mokwa hinzu, der Franzose spielte in der Hinrunde für Hoffenheim II in der 3. Liga. "Sie können die Jungs schnell integrieren und ihnen was mitgeben", sagt Klose, der Elversberg eine "hervorragende Arbeit" nachsagt.
Nürnberg sucht "nicht nur im Sturm, sondern auch im Mittelfeld"
Klose selbst muss noch auf neue Spieler warten, beim Club passierte bisher nur was auf der Abgangsseite - fünf Akteure haben den Altmeister im Winter schon verlassen. Unplanmäßig war jedoch nur der plötzliche Leih-Abbruch von Mittelfeldspieler Pape Demba Diop, den dessen Stammverein Straßburg jetzt lieber bei Ligue-1-Klub Toulouse parkt. Beim FCN halte man daher "Augen und Ohren offen", so Klose, der bei Sportvorstand Joti Chatzialexiou den Wunsch nach Neuzugängen "hinterlegt" habe, aber trotzdem "sehr zufrieden" sei mit seinem Kader. Dennoch: "Es wäre schön, wenn man mehr Qualität dazubekommt." Nürnberg suche dabei "nicht nur im Sturm, sondern auch im Mittelfeld".
Bis dahin muss Klose aber mit seinem bestehenden Personal auskommen, dabei kündigt sich ein Startelfdebüt im Sturm an. U-23-Angreifer Piet Scobel wusste bei der Generalprobe gegen Grasshopper Zürich (7:1) mit einem Doppelpack zu gefallen und heizte den Konkurrenzkampf damit an. Klose mache es generell "unheimlich glücklich, dass die Vorbereitung so gelaufen ist und jeder Stürmer auf sich aufmerksam machen konnte." Die schwache Ausbeute in der Hinrunde habe "viele gewurmt, sie waren am ersten Tag mit einer ganz anderen Einstellung da".
Scobel speziell sei "noch näher herangerückt und macht den anderen richtig Konkurrenz. Er ist in der Box schwer zu verteidigen", lobt Klose seinen Schützling, der davon profitieren dürfte, dass Routinier Adriano Grimaldi zuletzt an der Wade angeschlagen war. "Adriano macht, wenn alles gut geht, das Abschlusstraining mit. Schauen wir mal, wie viele Minuten er spielen kann", so Klose.