Was Zlatko Janjic, Milan Ivana und Steffen Wohlfarth am kommenden Samstag um 14 Uhr machen, ist nicht bekannt. Vielleicht nehmen sie sich ja die Zeit und schalten beim Spiel ihres Ex-Vereins Wehen Wiesbaden ein, der dann beim TSV Havelse in der 3. Liga gastiert. Das Trio hatte einst mit seinen Toren mitgeholfen, eine 14 Spiele andauernde Sieglos-Serie des SVWW zu beenden. Das 3:1 Anfang November 2012 gegen den BVB II markierte für die Hessen den zweiten Saisonsieg (nachdem sie den ersten bereits am 1. Spieltag eingefahren und damit kurioserweise sogar Rang 1 erobert hatten) - und zugleich das Ende der damaligen Rekord-Durststrecke. Bis heute ist diese Negativserie der Wiesbadener die längste in der 3. Liga, die am Ende dennoch mit dem Nichtabstieg endete.
Ausgerechnet der Blick in die Vergangenheit kann dem TSV Havelse also ein Stück Mut machen. Es ist schließlich nie zu spät, um mit dem Siegen zu beginnen. Der markante Unterschied: Havelse ist "erst" seit zwölf Spielen in Folge ohne Dreier - dafür allerdings seit Saisonbeginn. Klappt es nun ausgerechnet gegen den SVWW?
"Wir werden von der ersten Minute an alles investieren", kündigt Verteidiger Besfort Kolgeci auf der Klub-Website an, "um uns endlich mit dem ersten Sieg zu belohnen. Das wäre nicht nur ein wichtiger Schritt für die Mannschaft, sondern auch ein starkes Signal." Und ein dringend notwendiges noch dazu. Schon neun Punkte ist das rettende Ufer entfernt - die Mission Klassenerhalt könnte diesmal noch früher als beim letzten Drittliga-Gastspiel 2021/22 scheitern. Damals betrug der Abstand am Ende satte 17 Zähler.
Optimierungsbedarf besteht eigentlich an allen Ecken und Enden. Offensiv reiht sich der TSV mit 15 Treffern im unteren Ligadrittel ein und mit 29 Gegentoren präsentiert sich Havelse defensiv deutlich zu anfällig. "Die Chancen, die wir dem Gegner am Ende geben, sind in dieser Liga einfach zu klar, um Punkte zu holen. Das zieht sich jetzt über die vergangenen Wochen", sagte TSV-Coach Samir Ferchichi nach dem spektakulären und mutigen Auftritt beim 3:4 in Cottbus. "Wir müssen hart arbeiten und unsere individuellen Fehler minimieren."
Am liebsten wohl schon am Samstag - allerdings ohne Noah Plume. Den Innenverteidiger bremst eine Knieverletzung aus, weshalb der 29-Jährige nicht zur Verfügung steht.