Fehlercode: %{errorCode}

Was hinter Monterreys ungewöhnlicher Mauer-Taktik steckt

kicker

Die Klub-WM-Auftritte von CF Monterrey werden hierzulande keine Quotenhits gewesen sein, und das ist auch für das finale Gruppenspiel nicht zu erwarten: Der mexikanische Topklub darf zwar noch auf den Einzug ins Achtelfinale hoffen, spielt allerdings in der Nacht auf Donnerstag um 3 Uhr deutscher Zeit gegen die bereits ausgeschiedenen Urawa Red Diamonds. Und doch könnte sich ein Blick auf das Spiel lohnen - besonders wenn es Freistoß für die Japaner gibt.

Monterrey hat sich im bisherigen Turnierverlauf nämlich zu einem kleinen Social-Media-Geheimtipp entwickelt mit der Art, wie die Mannschaft um Altmeister Sergio Ramos immer wieder bei gegnerischen Freistößen ihre Mauer zu stellen pflegt. Wobei es korrekt heißen muss: ihre Mauern. Der spanische Trainer Domenec Torrent lässt im Verbund mit Torhüter Andrada Esteban regelmäßig gleich zwei bilden.

Mauer links, Mauer rechts - und Keeper Esteban in der Tormitte

Wie das aussieht, war besonders eindrücklich bei Monterreys erstem Gruppenspiel gegen Inter Mailand (1:1) zu beobachten: Als der Champions-League-Finalist in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zu einem Freistoß aus 17 Metern zentraler Position antrat, deckten vier Spieler die linke, vier Spieler die rechte Hälfte des Tores ab, ließen dazwischen aber eine Lücke von vielleicht zwei Metern.

Auch beim 0:0 gegen River Plate setzte Monterrey immer wieder auf eine Doppel-Mauer, auch wenn eine davon manchmal nur aus einem Spieler bestand. Keeper Esteban platzierte sich dadurch stets deutlich zentraler in seinem Tor als bei solchen Standards üblich. Normalerweise ist die Mauer für die eine, der Schlussmann für die andere Seite des Tores "zuständig".

Wie The Athletic ermittelte, griff Monterrey auch schon in früheren Jahren zu dieser Vorgehensweise, als Torrent - der erst unlängst die Nachfolge von Martin Demichelis antrat - noch nicht Trainer war. Die Idee dürfte aber immer die gleiche gewesen sein: Dem Torwart bietet sich durch die Lücke zwischen beiden Mauern eine bessere Sicht auf den Ball und damit eine längere Reaktionszeit, sobald der Freistoß ausgeführt ist. Bestenfalls kann er schneller auf die Flugbahn des Balles eingehen und muss weniger spekulieren. Außerdem könnten die womöglich überraschten gegnerischen Spieler zu einem Schuss durch die Mitte animiert werden.

Gegen Inter wurden die Nachteile der Doppel-Mauer offensichtlich

Zwar kassierte Monterrey bei dieser Klub-WM noch kein Gegentor nach einem solchen Freistoß und auch Inter wusste die Großchance nicht zu nutzen, weil Kristjan Asllani mit seinem mittigen Abschluss an einem Abwehrbein hängenblieb. Trotzdem wurden die Nachteile dieser ungewöhnlichen Mauer-Taktik gerade bei Inters Freistoß offensichtlich.

Die Nerazzurri füllten die Lücke zwischen beiden Mauern einfach mit eigenen Spielern und nahmen Esteban die Sicht eben dadurch. Außerdem waren gleich acht Monterrey-Profis in der Mauer gebunden und damit nur noch zwei weitere Feldspieler übrig, was ein gegnerisches Team auch mal für sich zu nutzen wissen könnte. Kein Wunder übrigens, dass Monterrey darauf verzichtete, hinter beide Mauern noch jeweils einen Spieler zu legen.