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Was Matanovic "schon ein bisschen stolz" macht

kicker

Nach seiner Verpflichtung im vergangenen Sommer hatte Igor Matanovic bis Weihnachten nur ein einziges Mal in der Freiburger Anfangsformation gestanden: Beim DFB-Pokalspiel in Düsseldorf, als der 22-Jährige prompt ein Tor und einen Assist zum 3:1-Erfolg beitrug.

Dennoch blieb der Mittelstürmer zunächst auf die Joker-Rolle festgelegt - was sich jetzt zumindest für den Moment geändert hat. Beim 2:2 in Augsburg und beim 1:0 in der Europa League über Tel Aviv durfte Matanovic plötzlich zweimal binnen fünf Tagen von Beginn an ran. In beiden Partien traf er zum Endstand, wird von Trainer Julian Schuster aber längst nicht nur wegen seiner Abschlussqualitäten gelobt.

Wie Matanovic am Donnerstag in der 82. Minute als Fleisch gewordener Hubschrauber in der Luft stand und den Ball nach Christian Günters Flanke per Kopf in den Winkel wuchtete, verdient fraglos das Prädikat weltklasse. "Da hat einfach alles gestimmt", erklärt der Matchwinner, "die Flanke war super, ich wusste gar nicht, dass Günny in seinem vermeintlich schwachen rechten Fuß auch so viel Gefühl hat. Und wenn du dann ein gutes Timing hast, geht alles von alleine. Du weißt dann gar nicht so genau, was du gemacht hast, und der Ball liegt schon im Tor. Ich bin selbst darauf gespannt, mir das mal auf Video anzuschauen."

„Igor arbeitet noch mal einen Tick mehr - das gefällt mir sehr gut.“ (Julian Schuster)

Dieser intuitiv ablaufende Abschluss-Automatismus, den Matanovic da beschreibt, zeugt von einem Moment maximaler mentaler Stärke. Und dass der kroatische WM-Kandidat diese im Verlauf des Spiels nicht eingebüßt hatte, wertet er selbst zu Recht als die wichtigste Erkenntnis des Abends.

Schließlich besaß er in der 56. Minute die größte Chance überhaupt, traf aber aus kurzer Distanz statt des leeren Gehäuses nur die Latte. "Dass es nur bei einem Tor geblieben ist, muss ich mir schon ankreiden lassen", räumt er selbstkritisch ein, "doch es ist unfassbar wichtig, auch nach so einer vergebenen Großchance cool zu bleiben. Ärgern kann man sich, wenn die 90 Minuten vorbei sind, aber nicht vorher. Das habe ich geschafft, darauf bin schon ein bisschen stolz."

Schuster: "Igor war alles andere als glücklos"

In der Nachspielzeit machte Matanovic unter verdientem Applaus Platz für Lucas Höler. Diesen Wechsel schon beim Stand von 0:0 vorzunehmen, hatte in Schusters Gedanken trotz Matanovics Glücklosigkeit keine Rolle gespielt. Vielmehr streicht der Fußballlehrer heraus: "Igor ist draufgeblieben, weil er alles andere als glücklos war. Wir bewerten nicht nur den Abschluss. Er war voll im Spiel, so wie er unseren Erwartungen entsprechend offensiv und auch defensiv gearbeitet hat."

Genau das könnte den entscheidenden Schritt zur Stammkraft bedeuten. Schuster formuliert es auf seine Art: "Igors Rolle hat sich nicht verändert. Er war vorher schon genauso präsent wie jetzt. Der Unterschied ist, dass er jetzt das eine oder andere Mal startet." Auch weil der 1,95-Meter-Hüne nach Schusters Gefühl "nochmal einen Tick mehr arbeitet - das gefällt mir sehr gut".