War das die Wende? Nach elf sieglosen Spielen in Folge holte der SV Adler Weidenhausen am vergangenen Samstag den ersten Dreier in dieser Saison. Im Hessenliga-Kellerduell setzte sich die Elf von Dennis Schanze mit 1:0 beim SC Waldgirmes durch. Damit bleibt sie zwar Vorletzter, ist nun aber nur noch einen Zähler vom direkten Konkurrenten aus dem Lahnauer Ortsteil entfernt.
"Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen. Der Sieg war extrem wichtig", betont der SVA-Trainer. Im Sommer hatte der 34-Jährige alles andere als ein leichtes Erbe angetreten. Er folgte auf Ronald Leonhardt, der in seiner zehnjährigen Amtszeit die größten Erfolge der Vereinsgeschichte feiern durfte. 2022 gelang Weidenhausen der Aufstieg in die Hessenliga -seither hält sich der Klub aus dem Werra-Meißner-Kreis beharrlich in der höchsten Klasse des Bundeslandes. "Wir wurden hier gut aufgenommen, hatten aber leider viele Ausfälle in der Vorbereitung zu verzeichnen. Das zieht sich bisher durch die Saison", erklärt Schanze.
Nachdem der SVA aus den ersten vier Partien noch zwei Punkte holte, musste er in den folgenden Wochen gleich drei hohe Niederlagen hinnehmen: gegen Eintracht Frankfurt II (1:6), den Hünfelder SV (0:6) sowie Rot-Weiß Walldorf (1:6). Letztgenanntes Ergebnis ist für Schanze der "Tiefpunkt" gewesen, zumal seine Mannschaft nach dem Platzverweis für Walldorfs Matteo Enders eine Hälfte in Überzahl agierte: "Wir haben es aber geschafft, ruhig zu bleiben. In den vergangenen zwei Wochen haben wir uns dann stabilisiert."
Als "dreckiges 1:0" beschreibt der B-Lizenz-Inhaber den Erfolg in Waldgirmes. "Wir haben zwar nicht unbedingt verdient gewonnen, uns die drei Punkte aber erarbeitet." Für das Tor des Tages sorgte Henrik Peter, der aktuell mit vier Treffern der beste Schütze im Kader ist. Ähnlich wie sein Trainer ordnet der 19-Jährige den Sieg als "unglaublich wichtig" ein: "Ich hoffe, dass es ein Knackpunkt war, dass wir nun in die Erfolgsspur kommen, um den Klassenerhalt zu schaffen." 2024 wechselte der junge Mittelfeldmann aus der U 19 von Regionalligist KSV Hessen Kassel ans Chattenloh und spielte dort noch ein Jahr zusammen mit Sören Gonnermann. Viel Beachtung fand das Karriereende des fünfmaligen Verbandsliga-Torschützenkönigs, der auch in der Hessenliga seine Qualitäten unter Beweis stellen konnte. 2024/25 war er mit 20 Treffern der fünftbeste Angreifer der Klasse. "Ohne ihn ist es auf jeden Fall anders, schwieriger", erklärt Peter. "Es ist eine komplette Umstellung - damit müssen wir umgehen."
Heimsieg als nächstes Ziel
Nachgelegt werden soll am Samstag (15 Uhr). Dann kommt Aufsteiger CSC 03 Kassel nach Weidenhausen. Schanze hat Respekt vor dem amtierenden Meister der Verbandsliga Nord ("Von der Qualität der Mannschaft her ist es überraschend, dass sie unten stehen“), formuliert aber eine klare Erwartung: "Bisher haben wir zuhause noch keinen Dreier geholt, das wollen wir am Wochenende machen. Es ist eine Möglichkeit, den Anschluss herzustellen." Tatsächlich könnte der SVA den nordhessischen Rivalen mit einem Sieg überholen - und damit seinem mittelfristigen Ziel näherkommen, das Schanze so zusammenfasst: "Bis zum Winter gilt es dranzubleiben, um dann in der Restrunde weiter Gas zu geben." Die Hoffnungen ruhen 2026 auch auf der Rückkehr von derzeit verletzungsbedingt oder aus beruflichen Gründen fehlenden Akteuren wie Tim Ullrich sowie Moritz und Kilian Krug.