Wie lief die vergangene Saison?
38 Punkte und Platz 5 stellten eine starke Bilanz dar, die die Breisgauerinnen zuletzt 2018 getoppt hatten. In der ersten Saisonhälfte coachte vertretungsweise Nico Schneck den SC, ab dem Jahreswechsel übernahm Theresa Merk nach ihrer Schwangerschaft wieder. Gegen den FC Bayern (2:2) und Eintracht Frankfurt (3:2) und den VfL Wolfsburg (1:1) gelangen dem geschlossen auftretenden Team Achtungserfolge.
Was war auf dem Transfermarkt los?
Die Wahl des neuen Cheftrainers war eine Überraschung. Edmond Kapllani (43) hatte vorher schließlich noch nie im Frauenfußball gearbeitet. Als "neu in der Branche" bezeichnet sich der ehemalige Stürmer, der die Zahl der Freiburger Tore erhöhen will. Zum Beispiel durch die groß gewachsene Luca Birkholz, die in Jena noch keine ausgewiesene Torjägerin war, aber in der Vorbereitung einen starken Eindruck machte.
Daneben wird es auf die Schweizer Fraktion im Kader ankommen, die von drei auf fünf anwuchs. An der Dreisam nutzen sie die Nähe und Beziehungen ins EM-Gastgeberland. Andererseits verlor der Ausbildungsklub in Rafaela Borggräfe (FC Liverpool) seine Nummer 1 im Tor, seinen Shootingstar Cora Zicai (VfL Wolfsburg) und Kapitänin Hasret Kayikci (Karriereende). Die meiste Bundesliga-Erfahrung bringt nun eine mit, die zuletzt zwei Jahre im Ausland spielte: Keeperin Laura Benkarth, gekommen von Olympique Lyon.
Auf wen kommt es besonders an?
Falls sie endlich mal länger am Stück fit bleibt, kann Mittelstürmerin Svenja Fölmli eine der Attraktionen der Liga werden. Im defensiven Mittelfeld lenkt Meret Felde gewohnt unauffällig, aber effektiv das Freiburger Spiel.
Und welches der zahlreichen Talente tritt in die Fußstapfen von Zicai, um sich ins Rampenlicht zu spielen? Offensiv ausgerichtete Kandidatinnen wie Sophie Nachtigall (21), Maj Schneider (18) oder Leela Egli (18) gibt es genügend.
Die kicker-Prognose
Der SC wird sich im Tabellenmittelfeld wiederfinden und sich mit der TSG Hoffenheim, RB Leipzig und Union Berlin duellieren. An guten Tagen kann er auch die Großen mächtig ärgern. Wie oft diese guten Tage anbrechen werden, hängt nicht zuletzt von der Chemie zwischen der Mannschaft und dem neuen Trainer ab.