Es war ein "winziger, wirklich winziger Muskelfaserriss zwischen Achillessehne und Wade", wie Torsten Lieberknecht vor einer Woche bekanntgab, der Kaiserslauterns Toptorjäger Ivan Prtajin in den vergangenen Tagen ausgebremst hat. Gegen den 1. FC Nürnberg (1:1) und auch im Pokalspiel bei der SpVgg Greuther Fürth (1:0) musste der Neuzugang aussetzen, ein Einsatz gegen Düsseldorf am Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) ist jedoch nicht ausgeschlossen.
Auf der Pressekonferenz am Freitag wurde der 29-Jährige beim obligatorischen Personal-Update zwar nicht mehr unter den Verletzten aufgeführt, zu denen aktuell nur Simon Asta (Teilriss des Kreuzbandes) und Kenny Prince Redondo (Fußverletzung) zählen. Ein Einsatz ist damit aber nicht automatisch garantiert, wie Torsten Lieberknecht klarstellte. Man werde bei Prtajin wie auch beim zuletzt am Oberschenkel verletzten Abwehrmann Ji-soo Kim (Zerrung) die letzten Eindrücke abwarten - und dürfte wohl auf keinen Fall ein Risiko eingehen.
„Wir belasten diesmal erst, bevor wir steuern.“ (Torsten Lieberknecht über die Belastungssteuerung)
Auf den zurückliegenden Pokalfight am Ronhof muss Lieberknecht bei der Auswahl seines Personals allerdings keine Rücksicht nehmen. Das von ihm auch im Nachgang zur Sprache gebrachte Ansetzungsproblem (Fürth hatte zwei Tage mehr Erholungszeit, nachdem der FCK erst am Sonntag gespielt hat), wirke sich auf das Gastspiel in Düsseldorf nicht mehr aus. "Wir belasten diesmal erst, bevor wir steuern", sagte der 52-Jährige mit einem Grinsen. Dass ihm wieder mehr Optionen im Kader zur Verfügung stehen, kommt ihm dabei entgegen.
Zumal es Düsseldorf dem FCK trotz der bislang äußerst schwierigen Saison und auch zwei Niederlagen nach dem Trainerwechsel hin zu Markus Anfang schwer machten dürfte. "Grundsätzlich verfügt Fortuna Düsseldorf über einen Kader, der es definitiv erlaubt, mit dem Ziel in die Saison zu gehen, um den Aufstieg mitzuspielen", ist sich Lieberknecht sicher. Der Trainerwechsel spiele dabei jedoch eher eine untergeordnete Rolle. Sein Gegenüber habe höchstens "im Detail ein paar Dinge verändert, von denen wichtig ist, dass wir sie wissen".
An die vergangenen Duelle zwischen Düsseldorf und Kaiserslautern, die nicht nur torreich, sondern auch stets sehr emotional geführt waren, dürfte auch die Partie am Sonntag anknüpfen, schon allein weil sich weit mehr als 7000 Fans aus der Pfalz angekündigt haben. Eine darüber hinausgehende irgendwie bemerkenswerte Ausgangslage, da ein Großteil von Lieberknechts Spielern auf ihren Ex-Trainer und seinen Vorgänger ("Für mich ist das keine besondere Situation") treffen, erwartet Lauterns Coach nicht. In erster Linie gehe es um eine gute Vorbereitung auf den Gegner und dessen aktueller Verfassung.
Und nicht zuletzt auch um die Ansprüche an das eigene Spiel. Da hatte Lieberknecht zuletzt etwas Konzentration vermisst, was das klare Ausspielen von Torchancen betrifft. Insbesondere bei hohen Ballgewinnen durch mutiges Pressing agierte sein Team gegen Nürnberg, dann aber auch in Fürth, in der Tat zu umständlich und fahrig, was allen voran auch Kapitän Marlon Ritter selbstkritisch zur Sprache brachte.
Einer, der dabei als Abschlussspieler und Flankennehmer, vor allem aber auch als robuste Anspielstation im Sturmzentrum weiterhelfen könnte: Toptorjäger Prtajin.