Nach Millionen-Transfer von Union zu Mainz
Als Benedict Hollerbach im Spätsommer 2020 den VfB Stuttgart ablösefrei zum SV Wehen Wiesbaden verließ, da vernahmen diejenigen, die genauer hinhörten, schon ein gewisses Bruddeln in der schwäbischen Fanszene. Schließlich hatte der junge Mann, der einen Großteil seiner Ausbildung beim FC Bayern genoss, in der U-19-Bundesliga mit elf Toren und fünf Vorlagen in lediglich 19 Partien durchaus auf sich aufmerksam gemacht. Wieder einer aus den eigenen Reihen, dem man bei den Profis keine Chance einräumt und den man nun ohne eine Transferentschädigung für die zweifelsohne gute Ausbildung in Bad Cannstatt verliert. So lautete der Tenor, und dem konnte man damals gar nicht einmal so viel entgegensetzen angesichts mehrerer vergleichbarer Fälle in den Vorjahren.
15 Prozent für Stuttgart, 15 bis 20 für Wehen Wiesbaden
Nun, fünf Jahre später, profitiert man beim VfB allerdings zum zweiten Male von einem Weitertransfer Hollerbachs nach dessen Weggang in die hessische Landeshauptstadt. Dort hatte sich der Angreifer ins Notizbuch des 1. FC Union Berlin gespielt, wohin er 2023 wechselte für rund zwei Millionen Euro. Das brachte Stuttgart rund 300.000 Euro ein, weil die VfB-Verantwortlichen auf eine Weiterverkaufsbeteiligung von 15 Prozent gepocht hatten gegenüber dem SVWW.
Der wiederum war beim Verkauf nach Köpenick genauso clever oder vielleicht sogar noch ein bisschen cleverer. Um Hollerbach rissen sich damals Union und der 1. FC Köln, dem Vernehmen nach war die Einigung mit den Rheinländern 2023 schon weit fortgeschritten. Allerdings platzte der Deal nicht zuletzt wegen der Kölner Transfersperre aus der Causa Potocnik noch, Union grätschte hinein und erhielt schließlich den Zuschlag des Profis sowie den aus Wiesbaden. Nicht ohne wiederum vonseiten des SVWW eine Weiterverkaufsbeteiligung akzeptieren zu müssen, ohne die der gerade ausgeschiedene Sportgeschäftsführer Nico Schäfer sein Talent keinesfalls hatte ziehen lassen wollen. Nach kicker-Informationen liegt sich in diesem Falle sogar bei 15 bis 20 Prozent.
Mainz-Ablöse liegt bei zehn Millionen Euro
Und die dem Drittligisten nun eine ordentliche Summe in die Kassen spült. Denn aufgrund seiner sehr passablen Saison mit neun Toren und wettbewerbsübergreifend fünf Assists geht der 24-Jährige nun den nächsten Schritt und heuert bei Mainz 05 an. Zehn Millionen Euro an Ablösesumme soll sich der Conference-League-Starter den Deal mit den Köpenickern kosten lassen, inklusive Vierjahresvertrag für den Offensivmann. Was wiederum für Wehen Wiesbaden eine ordentliche siebenstellige Summe bedeutet. Kleiner Wermutstropfen: 15 Prozent von ihrer Weiterverkaufsbeteiligung müssen die Hessen an den VfB Stuttgart weiterreichen. Angesichts der Seltenheit von Millionen-Transfers in der 3. Liga werden sie es verschmerzen können. Zumal nicht ausgeschlossen ist, dass im Falle des Erreichens bestimmter Parameter noch Boni für den aktuellen Transfer nachfließen, die dann womöglich noch Auswirkungen auf die Weiterverkaufsbeteiligung haben können.