Fehlercode: %{errorCode}

"Wir hatten Jesus im Tor": Basel feiert "unglaublichen" Hitz

kicker

Ein fast schon verlegenes Lachen huschte Marwin Hitz übers Gesicht, als der Torhüter des FC Basel in der Mixed Zone nach dem 2:0-Sieg in der Europa League gegen den VfB Stuttgart von einem Reporter als "absoluter Held" des Abends bezeichnet wurde. Das eigene Fazit des 38-Jährigen klang eher zurückhaltend: "Ich bin sehr glücklich über den Sieg, die ganze Mannschaft hat geliefert. Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt."

Genau dort stand Hitz aber an diesem Abend eben doch sehr häufig. Der ehemalige Bundesliga-Keeper (181 Spiele für Wolfsburg, Augsburg und den BVB) hielt in der 36. Minute einen Foulelfmeter von Ermedin Demirovic, stand dem mehrfach möglichen Stuttgarter Ausgleich immer im Weg und wehrte auch in der Schlussphase, als die Hausherren irgendwann auf 2:0 erhöht hatten, alles ab, was auf sein Tor kam.

Das war durchaus nicht wenig. VfB-Coach Sebastian Hoeneß sprach von einem Stuttgarter "Powerplay sondergleichen", 29 Schüsse und einen xG-Wert von 2,54 hatten die Schwaben am Ende vorzuweisen. Aber eben kein "echtes" Tor. Bei der Frage nach dem Warum verzichtete Basel-Trainer Ludovic Magnin auf der Pressekonferenz nach dem Spiel dann auf jede Zurückhaltung.

"Ich sah heute eine Mannschaft, die von der ersten bis zur letzten Minute alles gegeben hat. In den schwierigen Momenten war jeder für den anderen da", startete der ehemalige VfB-Profi mit einem Lob an das gesamte Team, bevor er den Fokus auf Hitz lenkte. "Und wenn wir eine Situation mal nicht lösen konnten, hatten wir Jesus im Tor, der uns alles gehalten hat."

Auch Albian Ajeti, Torschütze zur frühen Basler Führung in der 3. Minute, feierte seinen Keeper. "Unglaublich, der Typ", meinte der 28-jährige Stürmer. "Als Marwin den Elfmeter hielt, wusste ich, dass heute keiner an ihm vorbeikommt." Die Lobeshymnen - auch Maximilian Mittelstädt zollte dem Gegner Respekt für ein "überragendes Spiel" -, die nach der Partie auf Hitz einprasselten, "das verdient er alles", so Ajeti.

FC Basel: Zwischen Magie und Unglaube

Sahen die 33.650 Zuschauer im St.-Jakob-Park am Donnerstagabend also den besten Auftritt des Torhüters seit dessen Wechsel nach Basel im Sommer 2022? "Das könnt ihr selber bewerten. Aber das wirkt ein bisschen abwertend, was den Rest meiner Zeit hier in Basel angeht", sagte Hitz mit einem Grinsen im Gesicht.

So oder so war es für den FC Basel nach der Auftaktniederlage in Freiburg am 1. Spieltag der Europa League (1:2) eine "magische Nacht" (Ajeti) sowie ein "großes Spiel und ein großer Sieg" (Magnin). "Die Stimmung war unglaublich", befand der Cheftrainer.

Einziger potenzieller Reibungspunkt (der natürlich keiner war): Moritz Broschinski, der beim 2:0 einen Lupfer von Xherdan Shaqiri mit dem Kopf ins Netz drückte, nahm seinem Teamkollegen (fast) den Treffer weg. "Natürlich habe ich gesehen, dass der Torhüter weit vor seinem Tor stand und dass ein guter Chipball reingehen könnte. Ich muss nochmal mit Mo sprechen, warum er da überhaupt zum Ball geht", scherzte Shaqiri - dem der Treffer von der UEFA aber doch zugesprochen wurde.