Nach 45 Minuten konnten die Schanzer froh sein, nur mit 0:2 gegen Stuttgarts Zweitvertretung hinten zu liegen. Der Auftritt des FCI im ersten Durchgang hätte auch einen höheren Rückstand gerechtfertigt, aber die Stuttgarter waren gnädig, sodass im zweiten Durchgang plötzlich wieder alles drin war für die Mannschaft von Sabrina Wittmann. Die schwache Chancenverwertung verhinderte aber letztlich, dass Ingolstadt noch zum Ausgleich kam.
Wittmann bemängelt die großen Abstände: "Wir waren immer einen Schritt zu spät"
Wittmann stellte nach der Partie am Mikrofon von MagentaSport klar, dass sie mit der Abschlussschwäche ihrer Mannschaft in den zweiten 45 Minuten im Vergleich zum Auftritt in der ersten Halbzeit gut leben könne: "Die erste Halbzeit war heute viel schlimmer. Da bin ich verrückt geworden." Die Abstände zwischen den Spielern seien viel zu groß gewesen und man habe nicht richtig durchgeschoben: "Das hat immer dazu geführt, dass wir überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen sind. Wir waren immer einen Schritt zu spät."
Die Tore, die der FCI dann bekommen hat, seien die Krönung gewesen: Beim ersten Gegentreffer schlitterten nämlich drei Verteidiger am Ball vorbei. Für Wittmann war eindeutig, was der Grund für die erste Saisonniederlage war: "Das Spiel heute haben wir einzig und allein aufgrund dieser Halbzeit verloren. Es war wirklich bodenlos."
„Da habe ich keine Worte für. Ich kann mir das auch immer noch nicht erklären.“ (Marcel Costly über den Ingolstädter Auftritt in der ersten Halbzeit)
Da stimmte ihr auch Marcel Costly zu: "Erste Halbzeit: Da habe ich keine Worte für. Ich kann mir das auch immer noch nicht erklären. Da müssen wir uns straffen, dass wir die nächsten Spiele besser angehen. Das war gar nichts in der ersten Halbzeit." Der 29-Jährige war durch zwei vergebene Großchancen in Halbzeit zwei maßgeblich daran beteiligt, dass der Ausgleich nicht mehr gelang: "Wenn ich da einen Kontakt mehr nehme und den einfach in die Ecke schiebe, dann steht es 2:2. Es ist bitter", sagte Costly: "Das tut natürlich weh, aber wir dürfen uns nach so einer ersten Halbzeit nicht beklagen"
Auf der Leistung der zweiten Halbzeit lässt sich aufbauen
Der Frust saß bei Wittmann und ihren Spielern natürlich tief, aber die Trainerin war trotzdem stolz auf die Leistungssteigerung ihres Teams nach der Pause: "Die Jungs haben das in der zweiten Halbzeit wirklich überragend gemacht. Ich würde mich gerne mehr darüber freuen, weil es wirklich eine gute zweite Halbzeit war, aber gerade überwiegt die Enttäuschung."
Darauf ließe sich aufbauen und mit einer Nacht Abstand, könne sie der zweiten Halbzeit "auf jeden Fall viel abgewinnen". Trotzdem müsse jetzt schnell mehr Kontinuität ins Ingolstädter Spiel kommen: "Es reicht nicht: letzte Woche eine Halbzeit gut, diese Woche wieder nur eine Halbzeit gut. Wir müssen über 90 Minuten performen. Da bin ich ganz froh, dass die Pokal-Pause eine Chance sein wird, daran zu arbeiten."