Nach einem CL-Krimi ist vor dem nächsten Bundesliga-Kracher. Die Wölfinnen bekommen es mit Bayer Leverkusen zu tun (Sonntag, 17.15 Uhr, LIVE! bei kicker). Ein wichtiges wie schwieriges Auswärtsspiel für den VfL Wolfsburg, der am vergangenen Spieltag vom FC Bayern von der Tabellenspitze verdrängt wurde. Nach der 1:3-Heimniederlage gegen die Münchnerinnen ist Leverkusen dem VfL auf den Fersen. Zwischen den zweitplatzierten Wölfinnen und dem Tabellenvierten aus dem Rheinland steht lediglich das Torverhältnis (21:10 aus Wolfsburger Sicht) der Mannschaft von Trainer Stephan Lerch.
Hat der VfL am Wochenende also besonders viel zu verlieren? Für Lerch ist das die falsche Betrachtungsweise. Der VfL-Coach sieht die knifflige Aufgabe viel eher als Möglichkeit an. "Wir haben eine große Chance, einen Konkurrenten, der uns im Nacken sitzt, auf Distanz zu halten. Das ist eine Chance", betont der 41-Jährige nachdrücklich auf der Pressekonferenz am Freitag. In der Verfolgerrolle fühlt sich Lerch dem Anschein nach recht wohl: "Auch Bayern muss weiter punkten und ihre Spiele gewinnen. Wir wollen den Druck hochhalten, damit sie nicht davon eilen. Das ist jetzt unsere Aufgabe."
Hat der VfL ein Ass im Ärmel?
Obwohl der Last-Minute-Sieg in Oslo Kraft und vor allen Dingen Nerven gekostet hat, kann gerade die Art und Weise dem Team nochmal einen Extra-Push geben. Schließlich war das nicht das erste späte Erfolgserlebnis für die Wölfinnen. Bereits gegen Bremen (4:2), Köln (2:1) und Jena (3:1) schlug die Lerch-Elf in der Crunchtime zu.
Eine Geheimwaffe des VfL? Zumindest ein "interessanter Trend" meinte Lerch, der sich auch nicht beschweren würde, wenn seine Spielerinnen den Sack in Zukunft früher zu machen könnten. "Das Wort Lucky Punch habe ich in letzter Zeit ziemlich oft gehört. Es ist sehr auffällig", sagte der Coach und liefert einen Erklärungsansatz: "Die Mannschaften haben gute Konzepte und es wird schwieriger sie zu bespielen. Da kann es schon dauern. Es kommt bis in die Nachspielzeit darauf an, den Glauben zu bewahren."
Wolfsburg bei "intensivem" und "zielstrebigem" Leverkusen gefordert
Eine Stärke, die gegen Leverkusen durchaus gebraucht werden könnte. Schließlich bekommt es der Tabellenzweite mit einem Gegner zu tun, der schwer zu bespielen ist. "Es kann eine sehr unangenehme Mannschaft werden, die sehr intensiv und zielstrebig spielt. Wir müssen aufpassen, dass man die Kontrolle nicht verliert", warnte Lerch. Immerhin sind Svenja Huth, Ella Peddemors, Camilla Küver und Lena Lattwein, wieder fit. Für Lerch ein gutes Timing, da viele Einwechseloptionen, besonders gegen Ende des Spiels, den Unterschied ausmachen können.