Über den schweren Stand von Florian Neuhaus in Mönchengladbach ist in den vergangenen Wochen hinreichend berichtet worden. Nicht erst seit dem hart bestraften Mallorca-Vorfall des zehnmaligen Nationalspielers inklusive vorübergehender Versetzung in die U 23 würde man sich am Niederrhein freuen, einen Abnehmer zu finden. Auch, wenn man Neuhaus nach seiner Rückkehr zur Bundesligamannschaft eine faire Chance einräumen will. Sein üppiges Gehalt von vier Millionen Euro pro Jahr konnte er in den vergangenen beiden Spielzeiten jedoch nicht ansatzweise mit Leistung rechtfertigen.
Beim rheinischen Nachbarn Fortuna Düsseldorf verbindet man dagegen nur positive Erinnerungen mit Neuhaus. In der Saison 2017/18 war der damals 20-Jährige von der Borussia zu F95 verliehen worden, mit Erfolg: Mit Neuhaus als Stammspieler (27 Einsätze, sechs Tore, kicker-Notenschnitt 3,23) wurde die Fortuna Zweitligameister. Am 32. Spieltag machte Düsseldorf durch einen späten Sieg in Dresden (2:1) seinerzeit die Bundesligarückkehr perfekt. Der Torschütze zum 1:0? Neuhaus. Der Assistgeber zum Siegtreffer durch Rouwen Hennings? Auch Neuhaus.
Allofs bestätigt Interesse - auch Augsburg war Thema
Den Aufstieg haben Daniel Thione und Co. auch in diesem Jahr wieder als Ziel ausgerufen - und den Gladbacher dabei seit Längerem im Hinterkopf: "Dass wir da im vergangenen Jahr schon mal angeklopft haben, ist richtig. Es wäre fahrlässig, wenn wir es nicht täten, weil Flo jemand ist, der bereits bei Fortuna war", erklärte Sportvorstand Klaus Allofs am Donnerstag in der Rheinischen Post. "Wenn es eine Gelegenheit gibt, ihn zu verpflichten, sollte man nicht versäumen, sie zumindest zu prüfen. Das machen wir von Zeit zu Zeit immer wieder."
Dass ein Spieler dieses Kalibers überhaupt mit einem Zweitligisten in Verbindung gebracht werde, "liegt auch an der Entwicklung in Gladbach. Ansonsten würde darüber gar nicht spekuliert werden", betonte Allofs aber auch. In der Vergangenheit war Neuhaus' Name zudem immer wieder in Zusammenhang mit dem FC Augsburg genannt worden.
Ob Neuhaus, auch ob seines Salärs, einem Wechsel überhaupt offen gegenüberstünde, bleibt aber genauso offen, wie die Frage, ob er sich einen Wechsel ins Bundesliga-Unterhaus vorstellen könnte. Allofs dazu: "Solange seinerseits oder vonseiten der Gladbacher keine endgültige Entscheidung getroffen ist, werden wir dieses Thema als wünschenswerte Lösung im Hinterkopf haben." Womöglich muss man sich in Düsseldorf mit Antworten darauf aber noch bis zum Ende des Transferfensters gedulden. In Frage dürfte ohnehin wohl nur eine Leihe kommen.