Am Dienstagabend greift auch Real Madrid ins Ligageschehen ein, und wäre es nach den Königlichen gegangen, wäre die Partie gegen Osasuna sogar noch später über die Bühne gegangen. Die Sommerpause fiel wegen des Halbfinaleinzugs bei der Klub-WM weitgehend flach, mehr Aufschub wollte La Liga aber nicht gewähren.
"Jetzt ist es unveränderlich", sagte Xabi Alonso. "Wegen der Gesundheit der Spieler, wäre es schön gewesen, diese Unterstützung zu erhalten. Das war nicht möglich. Wir hatten nur zwei Wochen Zeit." Als Ausrede wolle er das aber nicht gelten lassen. "Das Herz und der Wille treiben einen manchmal mehr an als die Beine", sagte der 43-Jährige.
Namhafte Ausfälle - Zwei Youngster dabei
In Bestbesetzung wird Real nicht antreten können. Antonio Rüdiger fehlt gesperrt, zudem muss der Vizemeister auf die verletzten Ferland Mendy, Eduardo Camavinga, Jude Belligham und Endrick verzichten. Doch das alles kann natürlich die Vorfreude auf die Rückkehr ins Bernabeu nach elf Jahren nicht trüben. "Ich kam mit Bayern zurück und spürte die Zuneigung. Jetzt ist meine Rolle eine andere, aber ich bin gespannt und motiviert und freue mich darauf, diese Verbindung zu den Menschen wieder zu spüren", sagte der einstige Mittelfeldspieler, der zwischen 2009 und 2014 das Trikot der Blancos trug.
Wie die Startelf aussieht, ist aber noch ungewiss. Auf der rechten Verteidigerposition hat Alonso ein Luxusproblem, sowohl Trent Alexander-Arnold als auch Dani Carvajal stehen zur Verfügung. Im Kader dürfte der gerade 18 Jahre alt gewordene Thiago Pitarch stehen, der Abwehrspieler war beim Abschlusstraining mit dabei.
Auch Neuzugang Franco Mastantuono, ebenfalls 18 Jahre alt, könnte erste Minuten bekommen. "Als ich das erste Mal mit ihm sprach, war ich sehr von seiner Persönlichkeit beeindruckt. Er war damals erst 17 und schon ein sehr selbstbewusster Mann", erzählte Alonso. "Er hatte keine Angst davor, den Schritt zu Real Madrid zu wagen. Man spürt diese Reife, diesen Ehrgeiz, diese Qualität. Er wird sich sehr schnell in die Mannschaft integrieren."
Zu zwei kritischen Themen musste Alonso ebenfalls Stellung beziehen, beide drehten sich um Barcelona. Die Katalanen hatten ihre Partie auf Mallorca mit 3:0 gewonnen, der zweite Treffer von Ferran Torres war aber umstritten. Ein Spieler von Mallorca hatte nach einem Kopftreffer am Boden gelegen, die Partie wurde aber nicht unterbrochen. RCD-Coach Jagoba Arrasate sagte danach, der vierte Referee hätte den Hauptschiedsrichter sogar per Funk angewiesen, die Partie zu unterbrechen. "Es steht mir nicht zu, zu kommentieren, was in anderen Spielen passiert, aber ich habe gehört, was Arrasate gesagt hat. Er hat es sehr gut erklärt", stellte sich Alonso auf die Seite Mallorcas.
Barcelona in Miami? Auch für Alonso "geht es nicht"
Für Ärger sorgt auch die Ankündigung, dass die Katalanen ihr Auswärtsspiel beim FC Villarreal in Miami in den USA bestreiten werden. Die Königlichen wittern Wettbewerbsverzerrung, schließlich wäre der Heimvorteil für Villarreal bei diesem Plan dahin. "Die Maßnahme, die ohne Vorabinformation oder Konsultation der am Wettbewerb teilnehmenden Vereine umgesetzt wurde, verstößt gegen das grundlegende Prinzip der territorialen Gegenseitigkeit", hieß es von Real. Sprich: Es gibt ein Spiel zuhause und eins auswärts.
"Ich stimme der Erklärung des Vereins voll und ganz zu", sagte Alonso dazu. "Wenn die Regeln geändert werden, muss dies einstimmig von allen Teilnehmern beschlossen werden. Sonst geht es nicht."