Tor: Roman Bürki (St. Louis City)
Bei den St. Louis City ist Roman Bürki längst eine feste Grösse geworden. Der Torhüter ist Captain beim MLS-Team und im Tor gesetzt. Nur ein Handbruch zwang den Schweizer zeitweise zur Pause in dieser Saison. Die Playoffs verpasste die Mannschaft von Bürki trotz der Leistungen des erfahrenen Goalies deutlich. Neun Punkte fehlten St. Louis am Ende auf Real Salt Lake. In der Nationalmannschaft lief Roman Bürki nur neunmal auf. Es ist der Konkurrenzsituation mit Yann Sommer und zuvor Diego Benaglio geschuldet, dass Bürki in der Nati nur immer die Nummer zwei war. Darauf hatte er irgendwann keine Lust mehr und trat zurück.
Linksverteidiger: Ulisses Garcia (Olympique Marseille)
Hinten links ist seit Jahren Ricardo Rodriguez der Platzhirsch in der Nationalmannschaft. Das macht es für junge Spieler schwer, sich nachhaltig durchzusetzen. Ulisses Garcia hatte einige Chancen bekommen, sich bei Murat Yakin aber nicht nachhaltig aufdrängen können. Insgesamt ist der 28-Jährige bislang nur auf zwölf Länderspiele gekommen.
In der laufenden WM-Qualifikation wurde der Schweizer nicht einmal aufgeboten. Derzeit haben andere Spieler die Nase vorne. Das trifft auch auf die Situation des Spielers im Verein zu. Bei Olympique Marseille ist Garcia erst in drei Spielen in dieser Saison von Beginn an auf dem Rasen gestanden. Das ist zu wenig, um an Miro Muheim vorbeizukommen, der aktuell als Back-up von Rodriguez im Schweizer Team steht. Muheim ist beim Hamburger SV als Linksverteidiger gesetzt.
Innenverteidiger: Leo Lacroix (vereinslos)
Im Sommer 2021 verliess Leo Lacroix den FC Sion. Seither ist er von der Schweizer Fussballkarte verschwunden. Der Innenverteidiger spielte in der Folge in Australien bei Western United, dann in Rumänien beim FC U Craiova 1948 und zuletzt in Saudi-Arabien bei Al-Jabain. Seit diesem Sommer steht der 100-fache Super-League-Spieler ohne Verein da. Selbstredend ist die Nationalmannschaft für Lacroix kein Thema mehr. Nur einmal durfte Lacroix für die Schweiz auflaufen. Es war bei einem Testspiel gegen Katar im November 2018. Dieses ging prompt mit 0:1 verloren.
Innenverteidiger: Stefan Gartenmann (Ferencvaros Budapest)
Murat Yakin hatte zu Beginn des Jahres plötzlich eine akute Abwehrnot ausgemacht. Um die Breite zu verstärken, wurde der Nationaltrainer kreativ. Der Däne mit Schweizer Wurzeln wurde zum Casting eingeladen und durfte dreimal spielen. Obschon mit Gartenmann in der Abwehr keine Partie verloren ging, wurde der Innenverteidiger in der WM-Qualifikation nicht mehr eingeladen. Luca Jaquez hatte sich beim VfB Stuttgart durchgesetzt und dem Dänen den Rang als verlässliche Ergänzung abgelaufen. Es scheint, als wäre die Zeit des Dänen in der Schweizer Nati abgelaufen, noch ehe sie so richtig begonnen hat.
Rechtsverteidiger: Lucas Blondel (Boca Juniors)
Für die gleichen beiden Zusammenzüge wie Gartenmann wurde auch Blondel aufgeboten. Gegen Mexiko konnte der Argentinier mit Schweizer Wurzeln gar einen Assist beisteuern. Auch der 29-jährige Aussenverteidiger war eine kreative Lösung Yakins, um dem Engpass auf den Aussenverteidigerpositionen entgegenzutreten. Langfristig hat der Nati-Trainer jedoch andere Lösungen bevorzugt. So setzt Yakin hinten rechts lieber auf Isaac Schmidt und Silvan Widmer und in der gesamten WM-Qualifikation wurde der Spieler der Boca Juniors nicht zur Nationalmannschaft aufgeboten. Ob bei einer allfälligen Verletzung Lucas Blondel an dritter Stelle in Yakins Hierarchie stehen würde, ist derzeit unklar.
Linker Flügelspieler: Dereck Kutesa (AEK Athen)
Dereck Kutesa hat erst kürzlich seine ersten Einsätze für die Schweizer Nationalmannschaft absolviert. Sein Debüt gab der Genfer im März 2024 gegen Irland und noch im selben Jahr durfte Kutesa zwei weitere Male mit dem Dress der Nati aufs Feld. Durch gute Leistungen beim Servette FC drängte sich der Flügelspieler für die Landesauswahl auf.
Aktuell müsste sich Kutesa erneut durch gute Leistungen im Verein für ein Aufgebot von Murat Yakin aufdrängen. Nach seinem erneuten Transfer ins Ausland steht Dereck Kutesa in Griechenland bei AEK Athen unter Vertrag. Dort hat er den Status als Ergänzungsspieler inne. Meistens kommt Kutesa von der Bank ins Spiel. In der Liga hat er erst einen Assist auf seinem Konto. Besser läuft es für ihn auf der internationalen Bühne. Vier Tore und eine Vorlage hat Kutesa in der Conference League und der dazugehörigen Qualifikation beisteuern können.
Zentrales Mittelfeld: Luca Zuffi (FC Winterthur)
Bei Luca Zuffi ist es nicht eine grosse Frage, wo er denn aktuell spielt, es ist viel mehr in Vergessenheit geraten, dass Zuffi einst für die Schweizer Nationalmannschaft spielte. Vier Einsätze mit dem Schweizer Kreuz auf der Brust absolvierte der zentrale Mittelfeldspieler. Der Linksfuss war zu diesem Zeitpunkt beim FC Basel aktiv. Alle vier Spiele absolvierte Zuffi unter Vladimir Petkovic. Einer der Einsätze war ein Ernstkampf, bei dem 7:0 gegen San Marino durfte Luca Zuffi in der EM-Qualifikation 2016 von Beginn an aufs Feld.
Zentrales Mittelfeld: Pajtim Kasami (FC Winterthur)
Wir machen das zentrale Mittelfeld in dieser Aufstellung zur Hoheit des FC Winterthur. Wie Luca Zuffi hat auch Pajtim Kasami eine Vergangenheit in der Schweizer Nationalmannschaft. Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen hat Kasami immerhin zwölf Einsätze für die Schweiz bestritten. An einer Endrunde durfte der Mittelfeldspieler aber nie teilnehmen. Seine letzte Partie für die Schweiz bestritt der 33-Jährige im März 2016. Damit wurde er nur wenige Monate vor der Europameisterschaft in Frankreich aussortiert.
Rechter Flügelspieler: Dimitri Oberlin (Sepsi OSK)
Die grosse Sternstunde von Dimitri Oberlin schlug beim Champions-League-Spiel gegen Benfica Lissabon. Für den FCB erzielte der Offensivspieler beim 5:0-Kantersieg zwei Tore - eines davon nach einem Sprint über das ganze Feld.
Kurz nach dem Spiel gegen Benfica durfte Oberlin auch einmal für die Schweizer Nationalmannschaft auflaufen. Bei einem Freundschaftsspiel gegen Griechenland wurde er eingewechselt. Ein Tor gelang dem damals 20-Jährigen aber nicht. Die Karriere von Oberlin verlief in der Folge jedoch nicht weiter munter aufwärts. Schon beim FC Basel geriet immer mehr Sand ins Getriebe und so liess sich der Angreifer ausleihen. Der erneute Durchbruch wollte Oberlin aber nicht mehr gelingen. Seit gut einem Jahr hat der Schweizer eine neue fussballerische Heimat gefunden. Dimitri Oberlin spielt in der zweithöchsten rumänischen Liga für Sepsi OSK. Der Absteiger steht aktuell an fünfter Stelle. Daran hat auch Dimitri Oberlin seinen Anteil. In bisher elf Einsätzen in der laufenden Saison hat der einstige Nationalspieler der Schweiz fünf Tore erzielt.
Stürmer: Kwadwo Duah (Ludogorets Rasgrad)
Kwadwo Duah hatte einen prägenden Sommer im Kreis der Schweizer Nationalmannschaft. Etwas überraschend wurde Duah zur Europameisterschaft in Deutschland aufgeboten. Bei der tollen EM der Schweiz wurde Duah auch mehrfach eingesetzt. So stand er beim ersten Spiel gegen Ungarn gleich in der Startelf und traf - es war sein einziges Tor in der gesamten Länderspielkarriere - zum 1:0. Aktuell ist eine Rückkehr zur Nationalmannschaft für Duah in weite Ferne gerückt. Verletzungsbedingt konnte der Schweizer in der laufenden Saison noch kein Spiel absolvieren. Zunächst muss der Stürmer im Verein erst wieder in Form kommen, ehe eine Rückkehr in die Landesauswahl überhaupt erst denkbar wäre.
Stürmer: Haris Seferovic (United FC)
Mit 93 Länderspielen hat Haris Seferovic eine absolut grossartige Nationalmannschaftskarriere hingelegt. Der Stürmer hat 25 Tore erzielt, darunter befinden sich auch ganz wichtige, wie das 2:1 gegen Ecuador an der WM 2014 oder das 1:0 sowie das 2:3 gegen Frankreich an der EM 2021. Über Jahre war Seferovic im Sturmzentrum der Schweizer Nationalmannschaft gesetzt. Mittlerweile geht die Karriere des 33-Jährigen aber leise dem Ende entgegen. Seit 2023 spielt Seferovic in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Im letzten Sommer wechselte der Angreifer gar in die Zweitklassigkeit. Nun spielt er für den United FC. Damit dürfte das Kapitel Nationalmannschaft endgültig geschlossen sein, aber die zahlreichen unvergessenen Momente bleiben für immer.