Bis zum 1. November war Atalanta Bergamo gemeinsam mit dem FC Bayern nur eines von zwei Teams, das in Europas Top-5-Ligen noch ungeschlagen war. Der gravierende Unterschied zum deutschen Rekordmeister: Bei der ersten Niederlage (0:1 in Udine) hatte der Europa-League-Sieger von 2024 lediglich 13 Punkte auf dem Konto und war lediglich Elfter.
Durch die verheerende 0:3-Heimschlappe gegen Sassuolo am vergangenen Wochenende rutschte Bergamo gar auf Platz 13 ab - und trennte sich folglich von Cheftrainer Ivan Juric. Für den 50-Jährigen war es bereits die dritte Beurlaubung binnen zwölf Monaten.
In Norditalien hatten sie aber bereits einen Plan in der Tasche, wie ein Neustart gelingen könnte. Denn keine 24 Stunden nach der Trennung von Juric präsentierte Atalanta am Dienstagnachmittag nun dessen Nachfolger. Und der trägt den klangvollen Namen Raffaele Palladino. Der 41-Jährige war in den vergangenen Wochen immer wieder genannt worden, wenn es um vakante Trainerposten ging.
Vertrag bis 2027 - Schwerer Auftakt
Selbst bei Juventus soll er auf der Shortlist gestanden haben, ehe sich die Bianconeri doch für Ex-Nationaltrainer Luciano Spalletti entschieden. Jüngst war dann auch eine Rückkehr nach Florenz im Gespräch, das er im vergangenen Sommer trotz Platz sechs und der damit verbundenen Qualifikation für Europa verlassen hatte.
Die Trennung erfolgte "einvernehmlich", weswegen Palladino nun wohl auch eine andere Herausforderung vorzog. Zudem stürzte Florenz nach Palladinos Abschied böse ab und ist aktuell mit nur fünf Punkten aus elf Spielen das Schlusslicht der Serie A. In Bergamo erhält Palladino einen Vertrag bis zum 30. Juni 2027 - und soll den biederen Juric-Fußball schnell vergessen machen. Sechs Mitarbeiter bringt Palladino insgesamt nach Bergamo mit, neben Assistent Stefano Citterio sind das mitunter zwei Fitnesstrainer sowie zwei Spielanalysten.
In Florenz und bei seiner vorherigen Station in Monza ließ Palladino attraktiv nach vorne spielen. Das nötige Spielermaterial dafür steht ihm auch in Bergamo zur Verfügung. Angesichts von nur zwei Siegen aus elf Partien gilt es aber wohl vor allem, schnellstmöglich Ergebnisse einzufahren. Der Auftakt hat es allerdings direkt in sich: Nach der Länderspielpause geht es am 22. November zum kriselnden Meister Neapel.