Über drei Wochen ist es mittlerweile her, dass André Silva auf der Liste möglicher Transferkandidaten für den Sturm beim SV Werder Bremen nach oben gerückt ist - doch viel Bewegung ist seither nicht mehr reingekommen in einen möglichen Transfer des Portugiesen von RB Leipzig. Eine Annäherung mit der Aussicht auf Vollzug war auch am Mittwoch ausgeblieben.
Wie rund um den Osterdeich zu vernehmen ist, wachsen bei Werder jedenfalls zunehmend die Zweifel, dass es tatsächlich noch zu einer Rückholaktion des bereits in der vergangenen Rückrunde ausgeliehenen Angreifers kommen wird. Knackpunkt ist angesichts des noch für ein Jahr ausstehenden Gehalts des 29-Jährigen bei RB (rund 7 Millionen Euro) weiterhin die finanzielle Umsetzung des Deals.
Steffen: "Ich habe hin und wieder mal aufs Handy geschaut"
Und weil diese nach wie vor aussteht, wird der Bundesligist den Pflichtspielauftakt am Freitagabend (20:45 Uhr, LIVE! bei kicker) im DFB-Pokal bei Zweitliga-Tabellenführer Arminia Bielefeld ohne weitere Verstärkung im Kader bestreiten. Bis zum Bundesliga-Start in einer Woche soll sich das möglichst ändern - ob sich bei Silva bis dahin doch noch etwas regt? Der Optimismus in Bremen hält sich inzwischen in Grenzen. Noch bleibt zwar Zeit, aber eben immer weniger.
Auch Horst Steffen hatte ja am Mittwoch noch mal darauf hingewiesen, dass "es die Hoffnung, dass der ein oder andere Transfer noch kommen wird, sicherlich auch bei mir weiterhin gibt". Doch bislang wartet der Cheftrainer genauso: "Ich habe schon hin und wieder mal aufs Handy geschaut und gedacht: Okay, vielleicht gibt es eine Nachricht - die gab es jetzt noch nicht."
Der Bedarf im Werder-Sturm
Zwei Verpflichtungen sollen mindestens noch getätigt werden: im Angriff eben und auf der rechten defensiven Außenbahn (auch bei Isaac Schmidt befindet sich Werder seit längerem in der Warteschleife). "Ob es dann noch ein dritter wird oder nicht - das weiß ich noch nicht ganz genau", so Steffen weiter.
Doch der größte Bedarf besteht aktuell zweifellos in vorderer Position - nicht zuletzt, nachdem der Topscorer der vergangenen Jahre, Marvin Ducksch, den Verein in Richtung Birmingham verlassen hat und Keke Topp bislang so gar nicht als gleichwertiger Ersatz in der Startelf in Erscheinung getreten ist. Justin Njinmah und offenbar auch Marco Grüll bleiben für Bielefeld die Alternativen.
Steffen redet Offensiv-Trio stark - Pieper fällt aus
Coach Steffen redete das Offensiv-Trio im Vorfeld der Partie zumindest stark: "Keke, Justin und Marco haben schon ihre Tore in der Bundesliga geschossen - auch wenn in der Vorbereitung nicht ganz so viele gefallen sind. Also sollten wir sie auch nicht schlechter machen, als sie sind."
Derweil wird Amos Pieper gegen seinen Bielefelder Ex-Klub nicht im Werder-Aufgebot stehen: Nach anhaltenden Hüftproblemen in den vergangenen Tagen wird sich der Innenverteidiger am Donnerstag einem operativen Eingriff unterziehen, bei dem freie Gelenkkörper entfernt werden. Der 27-Jährige soll demnach "wenige Wochen" ausfallen.