Seit einem Jahr trägt Lucas Beniermann beim Regionalligisten SV Meppen als Chefcoach die sportliche Verantwortung. Mit zwei Siegen starteten die Emsländer in diese Saison. Nach vier Spieltagen stehen sie von der Punktzahl und den Leistungen besser da als in den ersten zwei Spielzeiten nach dem Abstieg aus der 3. Liga. Doch beim 0:1 am Freitag gegen den VfB Oldenburg gab es nicht nur die erste Saisonniederlage, sondern erhielt die emsländische Euphorie auch zum zweiten Mal in Folge einen Dämpfer.
Mit Blick auf die Partie gegen Oldenburg hatte Rückkehrer Thorben Deters nach dem Altona-Auftritt (4:4 nach 1:4-Rückstand) gesagt, dass man sich selber ein bisschen was zu beweisen habe. Davon war in der ersten halben Stunde wenig zu sehen. Der VfB bestimmte vor 9.886 Zuschauern die Anfangsphase. Die Schlussminuten der ersten Hälfte und der zweite Durchgang gehörten Meppen. Am Ende erzielte allerdings Oldenburg durch Rafael Brand das einzige Tor des Abends (52.).
„Du darfst hier nicht als Verlierer vom Platz gehen.“ (Lucas Beniermann)
Meppens Spieler und Trainer haderten nach dem Schlusspfiff mit dem Resultat. "Du darfst hier nicht als Verlierer vom Platz gehen", äußerten sich Beniermann und Stürmer Julian Ulbricht. Seiner Mannschaft sei es gegen Oldenburg nicht vergönnt gewesen, betonte der Trainer. Der 35-Jährige bemängelte, dass die Abschlussqualität nicht gereicht habe. Um hinterherzuschieben: "Wir denken nicht in Ausreden, sondern denken daran, dass wir es besser machen müssen."
Grundsätzlich habe man sich richtig gut auf die Saison vorbereitet, unterstrich Beniermann. "Wir sind auch richtig gut in die Saison gekommen." In Altona sei es vom Ergebnis her zu wenig gewesen. "Heute erwischt es uns kalt, das Ding tut weh. Das Ding zu Hause vor der Kulisse, mit dem Wissen, wie wichtig so ein Derby für das Vereinsumfeld ist, für jeden Fan, tut das weh, weil die Leistung in den letzten 60 Minuten und gerade in der zweiten Halbzeit das nicht verdient hatte."
Breiterer Kader macht sich bemerkbar
Was beim SV Meppen in dieser Saison bislang auffällt: Der Kaderqualität ist im Sommer erhöht worden. Dadurch verschärft sich der Konkurrenzkampf. Zudem setzte der Verein bei den Zugängen auf den Faktor Erfahrung und Führung. In den ersten drei Begegnungen trugen Einwechselspieler wesentlich zu den Punktgewinnen bei. Meppen drehte gegen den VfB Lübeck (3:1) einen Rückstand und kam in Altona nach einem 1:4 noch einmal zurück. Ähnliches war dem SVM in der Vorsaison kaum gelungen. Auch nach ruhenden Bällen sind die Emsländer gefährlicher geworden - bis zum Sommer ebenfalls ein Manko.
Wohl auch deshalb kommt beim SV Meppen nach außen noch keine Unruhe auf. Fans und Mannschaft präsentieren sich als Einheit, auch nach der Derbyniederlage gegen Oldenburg. Trainer und Spieler scheinen überzeugt vom aktuellen Weg.
"Wir hätten das Spiel gerne gewonnen, vor allem für die Fans", gab Ersin Zehir zu. Nichtsdestotrotz sei die Saison noch jung. Nächste Woche werde man dann die nächsten drei Punkte holen, ergänzte der Mittelfeldakteur. Ähnlich drückte sich Torwart Julius Pünt aus: "Jetzt knüpfen wir halt einfach da wieder an unserer Qualität an. Nächste Woche fallen dann halt die Tore, und wir gewinnen das Spiel dann."
„Es ist eine lange Saison. Das ist kein Sprint, sondern ein Marathon.“ (Julian Ulbricht)
Von einem "kleinen Rückschlag" sprach Ulbricht. Man müsse weitermachen, sagte der 26-jährige Ex-Paulianer. "Es ist eine lange Saison. Das ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wir werden unsere Punkte sicherlich holen, dafür sind wir stark genug." Man müsse nur noch effizienter werden und versuchen, in den ersten Minuten wach zu sein.
"Die letzten beiden Spiele waren zu wenig", gab Teamkollege Jonathan Wensing zu. Mit sieben Punkten sei man aber immer noch dabei. In den nächsten Wochen müsse man halt weiter punkten. "Das ganz große Ziel bleibt der Aufstieg. Wir sind noch voll im Rennen."